Donnerstag, 30. Dezember 2010

Umgestaltung der St. Anna-Basilika in Altötting?

Ein Freund, der gestern eine Wallfahrt nach Altötting unternahm, rief mich heute an um mir zu berichten, dass Informationsanschlägen in der Altöttinger Basilika zu entnehmen sei, dass der Altarraum bis 2014 gemäß den neuen liturgischen Erfordernissen umgebaut werden solle. Im Text der Verlautbarung werde ein Theologe zitiert, der anfangs des 20. Jahrhunderts die Basilika als "großartige Manifestation des Antimodernismus" pries - ein Attribut, das vielen heute ein Dorn im Auge zu sein scheint und das nun wohl auch der Grund für den Umbau sein wird.

Die 8000 Menschen fassende Basilika wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, um den nach dem Anschluss Altöttings an das Eisenbahnnetz stark angestiegenen Pilgerströmen gerecht zu werden. Im neobarocken Stil gehalten, fast den Geist der Gegenreformation in die Jetztzeit hereinragen lassend, ist das großartige Gotteshaus zum Zielpunkt der größten Wallfahrt traditionstreuer Katholiken im deutschen Sprachraum geworden. Seit einigen Jahren findet sie ihren regelmäßigen Höhepunkt in einem feierlichen Pontifikalamt am Samstag nach Fronleichnam. Auch die deutsche Statthalterei des Ritterzweiges des Mercedarierordens verknüpft ihre Jahreswallfahrt nach Altötting mit diesem Großereignis der katholischen Tradition weshalb uns der Erhalt des ursprünglichen liturgischen Charakters der Basilika ein Anliegen ist.

Diese alljährliche Wallfahrt betont die Pflege der überlieferten Liturgie nach dem Missale des sel. Papstes Johannes XXIII. von 1962. Der heilige Papst Pius X., der das Gotteshaus im Jahre 1913, ein Jahr nach seiner Einweihung, zur päpstlichen Basilica minor erhoben hatte, sah im Modernismus die größte Gefahr für die Kirche. Dieser heilige Papst ist auch auf dem Hochaltarbild zu sehen.

Insofern schließt sich der Kreis zum Anfangs erwähnten Zitat. Es ist zu befürchten, dass mit der Umgestaltung des Altarraumes die Zelebration der heiligen Messe in der überlieferten außerordentlichen Form unmöglich gemacht werden soll. Mit der Zerstörung dieser "Manifestation gegen den Modernismus" fände der Kampf des Modernismus gegen die Tradition der Kirche einen weiteren traurigen Höhepunkt. Diese Befürchtung liegt nahe, wenn man die Haltung vieler Bischöfe zum Motu proprio "Summorum pontificum" bedenkt. In dem Motu proprio stellt der Heilige Vater ausdrücklich die überlieferte außerordentliche Form der neueren Form als gleichwertig gegenüber und fordert eine gegenseitige Befruchtung beider Formen des selben Römischen Rituses. Viele kirchliche Verantwortungsträger ignorieren diese päpstliche Anordnung und kommen den traditionstreuen Katholiken in keiner Form entgegen. Oft wird sogar versucht die alte Messe zu be- oder zu verhindern wo es nur geht.

Der wunderschöne Gnadenort Altötting, wie auch die altehrwürdige Diözese Passau, schmücken sich gerne und zurecht damit, die Jugendheimat des Heiligen Vaters Benedikt XVI. zu sein. Ein Umbau der Basilika, der das Zelebrieren nach der älteren außerordentlichen Form verunmöglicht, wäre jedoch ein Konterkarieren der Bestrebungen dieses Papstes, der sich so um das Hereinholen der reichen katholischen Tradition in die Neue Zeit und damit um eine tatsächliche und tief verstandene Umsetzung der Beschlüsse des zweiten Vatikanischen Konzils bemüht - abseits eines oberflächlichen Geplapperes von einem sogenannten fortschrittlichen "Geist des Konzils". Es gibt keine "Konzilskirche", es gibt nur die eine heilige katholische und apostolische Kirche.

Unabhängig von diesen grundsätzlichen Überlegungen gilt es jetzt mit den Verantwortlichen in Kontakt zu treten und Näheres über den Umbau zu erfragen und gegebenenfalls alles nur Mögliche zu unternehmen, um eine Umgestaltung zu verhindern, die das Zelebrieren der überlieferten Liturgie nachhaltig erschwert oder verunmöglicht. Die Basilika steht im Eigentum der Marianischen Männerkongregation, das Nutzungsrecht und damit auch die Durchführung des Umbaues liegt beim Kapuzinerorden. Wer den Umbau jedoch aktiv betreibt oder angeregt hat, ist uns noch nicht bekannt.

(Nachträgl. Anmerkung: Entwarnung für Altöttinger Basilika)

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