Dienstag, 21. September 2021

6. Elternwallfahrt zu den heiligen Eltern der Muttergottes

 Auch dieses Jahr wieder fand die Elternwallfahrt der Wiener Mercedarierkommende am 15. August, zu Mariahimmelfahrt, statt. Wir trafen uns in der Kirche in Annaberg, um von dort ein kleines Stück entlang der Via Sacra auf den Joachimsberg zu pilgern, wo wir die heilige Messe feierten. Nun schon zum sechsten Mal in Folge erweisen wir so den heiligen Eltern der Gottesmutter die Ehre und bitten sie um ihren himmlischen Beistand für die Familien.




Montag, 14. Januar 2019

Die wahre Opfergesinnung ist Bedingung für die Berufung zum christlichen Ritter

Beachtenswerter Aufsatz von Hugo Rahner aus dem Jahr 1959 über das abendländische Rittertum:
Neu veröffentlicht bei https://bundsanktmichael.org/2019/01/11/hugo-rahner-das-unsterbliche-erbe-des-abendlaendischen-rittertums/

Der katholische Theologe und Jesuit Hugo Rahner (1900-1968) ist vor allem durch seinen Einsatz für die Verteidigung des abendländischen Gedankens in Erinnerung geblieben. Das christliche Abendland empfand er als ein hohes Gut, das es verdient, bewahrt zu werden.
Er verfasste in diesem Zusammenhang 1959 einen Aufsatz, in dem er das zeitlose Erbe des abendländischen Rittertums beschrieb.1 Dessen Ideale seien die Antwort auf die Probleme einer „im Wohlstand alt und fett gewordenen Welt“.
Das Urbild des Ritters
Rahner sprach von einem „Urbild vom Reiter“, das in den Mythen der Menschheit beschrieben werde und in vielen Hochkulturen vorhanden sei. Das antike Griechenland und Rom habe Vorläufer des Rittertums gekannt und das Ideal des im Dienst am Gemeinwesen stehenden Bürgers gepflegt. Hier sei bereits ein Ehrenkodex des im Dienst an höheren Dingen stehenden Kämpfers vorhanden gewesen, welcher „der Adelige im besten Sinne des Wortes“ sei. Das christliche bzw. das abendländische Rittertum habe auch an dieses heidnisch-antike Erbe angeknüpft.
Jesus Christus: Der erste Ritter
Das Alte Testament habe Jesus Christus als „gottgesandten Reiter“ angekündigt. Hier sei „ein Reiter in leuchtend weißem Gewand, der eine goldene Bewaffnung schwenkte“ beschrieben worden, der das Volk Gottes im Kampf gegen seine Feinde anführe. Dieses Bild finde sich in der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament wieder:
„Dann sah ich den Himmel offen und siehe, da war ein weißes Pferd und der, der auf ihm saß, heißt: Der Treue und Wahrhaftige; gerecht richtet er und führt er Krieg. […] Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt: Das Wort Gottes. Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet. Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker schlagen. Und er weidet sie mit eisernem Zepter und er tritt die Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt er den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.“2
Sowohl das Alte als auch das Neue Testament hätten Christus als Ritter beschrieben, weil diese kämpfende Form des Dienstes ein Weg der Nachfolge Christi sei:
„Das ist der Reiter Christus. Der Ritter, unser König und Herr. Das ist der apokalyptische Reiter des weltgeschichtlichen Sieges, den er durch den Bluttod am Kreuz errungen hat. […] Das ist der Ritter Christus, der durch die Jahrtausende der Weltgeschichte reitet, der König, der Freie, der die Erde unter sich hat, der erhaben ist und dienend, anführend und als letzter das Kampffeld räumend. Das ist der Herr Jesus Christus, der bis in den Tod getreu war und dafür die königliche Krone des Lebens erhielt […]. […] Der Herr ist, wie das Wort der Geheimen Offenbarung andeutet, König geworden gerade durch seine Hingabe in den Tod, im Blutvergießen des Kreuzestodes.“3
Der Sieg über die Welt durch den in bedingungsloser Nächstenliebe erlittenen dienenden Tod bezeuge das Herrentum und das Königtum Christi, der mit „Herrlichkeit und Ehre gekrönt“ sei. Rahner betonte in diesem Zusammenhang die Eigenschaft Christi als „dem Sieger, dem Welteroberer, dem Ritter, dem Führer Eures jungen Lebens, dem Ihr Treue haltet“.
Das soldatische Christentum der abendländischen Tradition
Bereits in den ältesten Texten des Neuen Testaments sei das Christentum mit soldatischen Bildern beschrieben worden. Der hl. Apostel Paulus habe etwa das Kreuz Christi mit einem Tropaion bzw. mit einem Feldzeichen römischer und griechischer Armeen verglichen.
Von Paulus beginnend hätten die frühen Christen das christliche Leben mit dem Dienst des Soldaten verglichen, das für sie „Kriegsdienst für den König Christus“ gewesen sei. Von Beginn an hätten sich Christen als Soldaten in einem metaphysischen Krieg gegen nichtmenschliche Gegner bzw. gegen die Kräfte des Bösen verstanden. Rahner spricht von einer „heiligen Gewalt, die einmal das christliche Abendland, dieses Herz der Völker, durchpulst hat“.
Eine der ältesten überlieferten Formen der Taufe bzw. des Eintritts in das Christentum habe darin bestanden, dass der in den Dienst Christi eintretende Mensch sich in Richtung der aufgehenden Sonne gewandt und feierlich ausgesprochen habe: „Ich trete in dein Heer ein, o Christus.“4 Bereits Clemens von Alexandria (ca. 150-215) habe gesagt, dass es eine „herrliche Gefahr“ darstelle, „überzulaufen zur Front Gottes hin“.5
Die zeitlose Berufung des christlichen Mannes zum Rittertum
Aus dem oben beschriebenen Gedanken des Königtums Christi habe sich das christliche Rittertum entwickelt. Der Gründer des Jesuitenordens, der hl. Ignatius von Loyola, habe diesen Gedanken später weiterverfolgt und betont, dass Christus sich zu allen Zeiten seine kämpfende Gefolgschaft suche und seinen „Ruf des Königs“ an jene richte, die dafür in Frage kämen.
Das Erbe des abenländischen Rittertums sei zeitlos, weil es in jeder Generation Christen geben müsse, die zum kompromisslosen und kämpferischen Dienst an Gott und dem Nächsten bereit wären:
„Da nun aber das Werk der im Kreuzestod vollendeten Welterlösung sich durch alle Erdenzeiten hindurch entfalten muß, muß sich das Geheimnis der Überschwenglichkeit fortsetzen, muß es zu allen Zeiten Menschen geben, die das Großartige der in Christus uns geschenkten Liebe des Vaters mit einem großartigen Herzen erfassen können. Der Reiter Christus sucht Mitreiter, Mitstreiter, Mitsoldaten, Commilitones. Christus braucht Menschen, die Ritter sein wollen, Freie, Adelige, die die Erde unter sich haben, die jauchzend reiten können, die über das Gewöhnliche demütig erhaben sind, dienend und befehlend, anführend und als letzte das Kampffeld räumend. Menschen, die etwas ahnen von dem Sieg, der nur im Kreuz errungen wurde. Menschen, die wie eine Feldwache das Tropaion des Königs umstehen. […] Wer immer zu diesen Freunden, Mitstreitern und Mitknechten des Herrn gehören will: der ist ein Ritter. Eques Christi. Gehören wir zu ihnen?“6
Sein Reich brauche dienstbereite Männer, die nach höchsten Dingen streben. Jeder christliche Mann müsse sich die Frage stellen, ob er in diesen Dienst eintreten wolle:
„Willst Du? Das ist der Ruf des Königs.“
Hintergrund: Die Abwendung vom abendländischen Gedanken im modernen deutschen Katholizismus
Rahners Aufsatz beruht auf einem Vortrag, den er auf einer Veranstaltung des „Bund Neudeutschland“ hielt. Dieser ursprünglich elitäre Männerbund pflegte den abendländischen Gedanken und die Ideale des Rittertums in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und während der Herrschaft des Nationalsozialismus. Sein erklärtes Ziel war es, „einsatzfreudige Katholiken heranzubilden“, was dem Bund tatsächlich gelang, aus dem Widerstandskämpfer wie Alfred Delp oder Willi Graf hervorgingen. Seit den späten 1950er Jahren begannen sich in diesem Bund jedoch Kräfte durchzusetzen, die das abendländische Erbe ablehnten. Durch seinen Vortrag wollte Rahner diesen Auflösungserscheinungen entgegenwirken.
  • Der Politikwissenschaftler Rolf Eilers hatte den inneren Verfall des Bundes in einer 1998 erschienenen Studie beschrieben.7 In den 1950er Jahren habe der Bund sich für einen Modernisierungskurs entschieden und einen „Abschied vom Rittertum“ und auch vom Prinzip des elitären Männerbundes vollzogen. Anstelle der Verteidigung des abendländischen Erbes habe von da an das „kritische Hinterfragen“ dieses Erbes im Vordergrund gestanden.
  • Der Bund habe zudem seine „Offenheit“ betont, was praktisch dazu führte, dass die Anhänger radikaler utopischer Ideologien in ihm an Einfluss gewannen. Die abendländische Tradition sei von diesen radikalen Kräften, die sich zunehmend an marxistischer Ideologie orientiert hätten, als nicht offen genug abgelehnt worden.
  • Anstelle von Lebensgestaltung nach dem Vorbild ritterlicher Ideale habe der Bund seit den 1960er Jahren vorwiegend politischen Aktivismus betrieben. Die Hochschulgruppen des Bundes hätten sich damals zunehmend in eine linksradikale Richtung entwickelt.
Von dieser Entwicklung hat sich der Bund Neudeutschland nicht mehr erholt, der sich heute nach eigenen Angaben nicht mehr für ein christliches, sondern für ein „vielfältiges Deutschland“ einsetzt. Zu seinen bekannteren Mitgliedern gehört Kardinal Reinhard Marx, der kürzlich erklärte, dass er das Konzept des christlichen Abendlandes ablehne, weil es „ausgrenzend“ sei. (ts)

Quelle: https://bundsanktmichael.org/2019/01/11/hugo-rahner-das-unsterbliche-erbe-des-abendlaendischen-rittertums/

Mittwoch, 16. August 2017

2. Elternwallfahrt zu den Eltern der Allerseligsten Jungfrau Maria

Am 15. August, dem Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel, unternahm die Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens nun schon zum zweiten Mal ihre Elternwallfahrt. Diese soll zu einer Tradition werden um das hl. Institut der Ehe und der Familie zu stärken. Sie führt uns von Annaberg nach Joachimsberg, zwei Stationen an der Via Sacra nach Mariazell.  Die Eltern der Gottesmutter, Anna und Joachim, mögen Fürbitte einlegen für die in der heutigen Zeit von verschiedenen Seiten so bedrängten und bedrohten christlichen Familien.

Don Robert Chlada, Gran Ceremoniere, und Hw. P. Thomas Achatz, Kaplan der Münchner Kommende und derzeit Gast in Wien, bei der traditionellen Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt.

Montag, 1. Mai 2017

Plenaria 2017 in Wien













Kommentar auf Radio Vatikan von Msgr. Joachim Schroedel zum Papstbesuch in Kairo

Der Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kairo, Msgr. Joachim Schroedel, kommentiert auf Radio Vatikan die Reden, die Papst Franziskus in Kairo gehalten hat. Der Papstbesuch in Ägypten war auch der Grund, warum Msgr. Schroedel nicht bei der gleichzeitig mit dem Papstbesuch in Ägypten stattfindenden Plenaria der Compagnia di Santa Maria della Mercede in Wien sein konnte. Msgr. Schroedel bekleidet bei der Compagnia das Amt des Cappellano maggiore der Statthalterei für die Länder deutscher Zunge.
Msgr. Joachim Schroedel auf Radio Vatikan: Die Reden in Kairo waren Meilensteine

Samstag, 9. Mai 2015

Historischer Überblick und Dokumente

Der Orden Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen, der Mercedarierorden, ital. Ordine di Santa Maria della Mercede, lat. Ordo Beatae Mariae Virginis de Mercede redemptionis captivorum O. de M., wurde im Jahre 1218 vom hl. Petrus Nolascus in Aragon gegründet. Der gesamte Mercedarierorden mit all seinen Zweigen (Priester, Ordensschwestern, Dritter Orden, Laiengemeinschaften, Compagnia di Santa Maria della Mercede bzw. Cavalieri della Mercede) bereitet sich daher auf das 800-jährige Ordensjubiläum im Jahre 2018 vor. Gerade wir Cavalieri della Mercede sind glücklich, dieses Jubiläum feiern zu können, wurde doch der Orden ursprünglich als Königlicher und Militärischer Hospitalorden gegründet, dem bis ins 14. Jahrhundert immer ein Laie vorstand. Ab dem 14. Jahrhundert war die Ordensleitung nur mehr Priestern vorbehalten. Dadurch kam es zum Zerwürfnis zwischen Mercedarierrittern und -priestern.
Im Jahre 2002 errichtete der Generalmagister Fr. Mariano Labarca Araya die Compagnia di Santa Maria della Mercede (Cavalieri della Mercede) und setzte Dr. don Luigo Lo Vecchio als ihren Governatore ein. Seit 2002 ist also die Compagnia di Santa Maria della Mercede als Hospitalorden vom Loskauf der Gefangenen (Ordine Ospitaliero per la Redenzione degli schiavi) eine dem Mercedarierorden angegliederte und voll anerkannte Laiengemeinschaft, der auch Priester als Seelsorger angehören können.

Decreto di ricognoscimento - Anerkennungsdekret der Compagnia di Santa Maria della Mercede durch den Mercedarierorden

Darstellung der weltweiten "Mercedarischen Familie"



Im Jahre 2005 wurde vom Governatore  Dr. don Luigi Lo Vecchio, die Wiener Kommende der Cavalieri della Mercede errichtet. Ihre Gründungsmitglieder wurden vom damaligen Generalmagister des Mercedarierordens, Fr. Giovannino Tolu am 5. November 2005 feierlich eingekleidet. Die Kommende wurde gemäß dem Wunsche ihrer Gründungsmitglieder dem Seligen Markus von Aviano geweiht. Die ordnungsgemäße Gründung der Kommende wurde dem erzbischöflichen Ordinariat in Wien gemeldet und von diesem zur Kenntnis genommen.

Seither haben jedoch immer wieder schlecht Informierte, wie der damalige Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, die Legitimität der Kommende und jene der Mercedarierritter angezweifelt. Das katholische Internet-Portal kath.net berichtete über diese Missverständnisse und stellte nach kurzen Nachforschungen - wie nicht anders zu erwarten war - eindeutig fest: Vatikan bestätigt: Mercedarierorden ist römisch-katholisch! In der Stellungnahme des Vatikan gegenüber kath.net wurde auch ausdrücklich bestätigt, dass die Compagnia di Santa Maria della Mercede eine dem Mercedarierorden rechtmäßig angegliederte Laiengemeinschaft ist.

Der Mercedarierorden ist nördlich der Alpen kaum bekannt. Ein Blick in das päpstliche Jahrbuch schafft Klarheit über die Legitimität des 800-Jahre alten Ordens.



Siehe auch
http://www.odemih.com/ (Institutum Historicum Ordinis de Mercede)
http://www.kathpedia.com/index.php?title=Mercedarier
http://de.wikipedia.org/wiki/Mercedarier

Sonntag, 1. März 2015

Der hl. Serapion, der erste Märtyrer des Mercedarierordens, auf neuem Altarbild in der Karlskirche

Am Sonntag, den 1. März, nach dem heiligen Amt um 11 Uhr, fand die Segnung des neuen Altarbildes in der frisch renovierten Agnes Kapelle in der Wiener Karlskirche durch S.E. Bischof Frantisek Vaclav LOBKOWICZ OPraem statt. Das Bild zeigt die hl. Agnes von Böhmen, den hl. Serapion, sowie einen Kreuzherren, mit dem Heiland in einer Pietaszene. Das etwa 2 mal 3 Meter große imposante Gemälde stammt von Clemens Maria Fuchs (www.clemensmariafuchs.com). Die heilige Agnes v. Böhmen hatte den Orden der Kreuzherren mit dem Roten Stern im Jahre 1233 in Prag gegründet. Seit 1738 obliegt die Seelsorge in der Wiener Karlskirche diesem Orden.

Für uns Mercedarier ist dies ein Ereignis von besonderer Bedeutung. Nicht nur genießen wir seit vielen Jahren die Gastfreundschaft der Kreuzherren und halten unsere allmonatlichen Gebetstreffen in der Agneskapelle der Karlskirche ab, sondern ist auch die Darstellung des hl. Serapion, des ersten Märtyrers unseres Ordens, nördlich der Alpen eine absolute Rarität. Der hl. Serapion lebte Anfang des 13. Jahrhunderts für geraume Zeit in Wien, zur selben Zeit als sich auch die hl. Agnes in Wien aufhielt. Später ging der junge Serapion nach Spanien, wo er den hl. Petrus Nolascus kennenlernte und in dessen damals noch jungen Mercedarierorden eintrat. Im Jahre 1240 erlitt der hl. Serapion den Märtyrertod, als er sich in Nordafrika im Austausch für christliche Sklaven in die Gefangenschaft der muslimischen Mauren begab.

Die Angehörigen der Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens (Compagnia di Santa Maria della Mercede) nahmen auf Einladung des Kreuzherrenordens im Ordensgewand an der Bildsegnung teil.

Hier die Bildbeschreibung durch den Meister selbst:

Saint Agnes of Bohemia. Altarpiece by Clemens Maria Fuchs:
Size: 3 m X 2 m
Technique: oil on panel
I completed this painting after five weeks of work, a week and a half ago. I painted this altarpiece for the Chapel of Saint Agnes in the magnificent church of St. Charles Borromeo in Vienna. It was inaugurated yesterday by his Excellency Msgr. Frantisek Václav Lobkowicz, Bishop of Ostrau-Troppau. The painting was commissioned by Father Martin, provincial of the Order of the Holy Cross with the Red Star for the province of Vienna St. Karl Borromeus.
Saint Agnes is depicted on top placing, one of her hands on the head of Christ and the other on His arm. She's wearing the habit of the Order of St. Clare of Assisi.
On the right you see the figure of Saint Serapion, a member of the Mercedarian Order and martyr, carrying Christ. Christ is depicted in the center of the group in a type of Pietá pose. While a priest of the Order of the Cross with the Red Star is shown kneeling and carrying Christ by His legs.
The composition is similar to a Pietá. Through Christ’s life and death, He set the example for us to follow. Through Christ's life and death and His sacrifice, Saints such as St. Agnes and St. Serapion were inspired to follow Him.
St. Agnes, through her life of penance, prayer and her undying service to the poor, sick and dying, she sacrificed her life at the Bohemian court of luxury and power for a life of poverty, prayer, penance and serving the poor and the sick.
St. Serapion follows Christ through his heroic acts of freeing slaves from captivity in Muslim countries and his brutal martyrdom in Algiers.
Both Saints took up their crosses according to their calling and followed Christ to sainthood.
The kneeling figure represents the Order of the Holy Cross with the Red Star, the foundation of St. Agnes and her spiritual and physical remnants.
All the three figures surrounding the Body of Christ, place their hearts on a particular part of Christ's body. Since in eastern Christian symbolism, the heart is the see of the soul. Christ, through His life and death, touched these saints' hearts and souls.
The chapel of St. Agnes is also devoted to the regular adoration of the Blessed Sacrament. That's why the Body of Christ is at the centre of the composition – a little like a monstrance.
For me it was important that the figures have deep spiritual union, whether by physical sense of touch or a spiritual sense that I wanted to convey through the intensity in the eyes.
This painting should portrait the charisma of those saints, but should also inspire the viewer to prayer.
This painting is dedicated to St. Agnes, St. Serapion, and to the work and sacrifice they offered but also to all the people who were supportive in a spiritual, moral and physical manner. I want to thank the parish priest of Karlskirche, Father Martin, and the Mercedarierkommende Wien Marco d'Aviano for giving me the opportunity to create this painting for one of the most beautiful churches in the world. I want to thank all my family and friends, who supported me morally and spiritually, and the great models that posed for the figures of this painting.
I am deeply honored to have served the Church in this way and I hope that soon I'll have another opportunity to do so.
This painting is an act of my faith and an offering to God and His Church!
At the centre of the theme of this altar piece is Faith, Hope and Love.
Many Thanks to God and to all my friends and family for your support and inspiration!
God bless you!


Samstag, 13. Dezember 2014

Alljährliche Erneuerung der Weihe an die Unbefleckte Empfängnis

"Ich bin die Unbefleckte Empfängnis". So hat die Muttergottes der kleinen Bernadette Soubirous am 25. März 1858 bei ihrer Erscheinung in Lourdes auf die Frage geantwortet, wer sie sei. Damit hat der Himmel auf diesem Wege das vier Jahre zuvor von Papst Pius IX. verkündete Dogma bestätigt, wonach die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadengeschenk und Vorrecht des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, rein von jedem Makel der Erbschuld bewahrt wurde.

Wir Mercedarier sind als marianische Ordensgemeinschaft der Muttergottes auf besondere Weise verbunden. Die Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens erneuert daher jedes Jahr ihre Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens in der Oktav des Hochfestes von Mariä Empfängnis, so auch heuer wieder, diesmal in der Tullner Minoritenkirche.


Montag, 30. Juni 2014

Domine

Domine, adiutor meus, et redemptor meus.

Montag, 18. November 2013

Im Lichte der Geschichte


Im Jahr 2015 werden wir das 10. Jubiläum unserer Kommende feiern; im Jahre 2018 das 800jährige Bestehen unseres Ordens. Im Jahre 2007 behauptete der damalige Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, öffentlich, dass es sich bei der Wiener Kommende der Mercedarierritter (Compagnia di Santa Maria della Mercede oder Cavalieri della Mercede) um einen "falschen Mercedarierorden" handle. So musste die Ordenskongregation im Vatikan auf Nachfrage von kath.net die Feststellung treffen, dass der Mercedarierorden päpstlich anerkannt ist und dass die Ritter des Mercedarierordens ein ordentlicher Laienzweig des Ordens sind. Weiters wird bestätigt, dass die Errichtung der Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens durch den Mercedarierorden der Erzdiözese Wien ordentlich gemeldet wurde und dass der Erhalt dieser Meldung durch die Erzdiözese Wien bestätigt wurde:

Der Mercedarier-Orden ist definitiv römisch-katholisch. Das hat der Vatikan am Montag in einer Stellungnahme gegenüber KATH.NET nach einer Anfrage ausdrücklich bestätigt. In einer KATH.NET vorliegenden schriftlichen Stellungnahme der vatikanische Ordenskongregation vom 31. Januar 2007 heißt es wörtlich: „Wie auch aus dem Päpstlichen Jahrbuch ersichtlich ist, wurden die Mercedarier 1218 als Orden gegründet und 1235 approbiert als Ordo B. Mariae Virginis de Mercede. Seit 1960 zählen die Mercedarier zu den Bettelorden. Gegenwärtig ist P. Tolu Giovanno der Großmeister dieses Ordens. Das Generalat befindet sich in Rom. Dem Orden ist ein privater Laienverein angeschlossen, die Compagnia di Santa Maria della Mercede.“

Der ursprüngliche Anlass für die Diskussion um den Mercedarier-Orden waren die FPÖ-interne Streitigkeiten zwischen H. C. Strache und Ewald Stadler sowie in die Öffentlichkeit gelangte Fotos. Auf einem der Fotos ist Ewald Stadler im Ordensgewand bei einer Veranstaltung des Mercedarier-Orden zu sehen. Für Erich Leitenberger, Pressesprecher der Erzdiözese Wien und Chefredakteur der "kathpress", handelte es sich bei dem im Internet präsentierten Orden um einen "falschen Mercedarier-Orden", der "mit der katholischen Kirche sicher nichts zu tun hat". Der Orden sei „illegal“. Leitenberger behauptete weiters, dass es in Österreich seit 1782 keinen „Mercedarier“-Orden mehr gäbe und dass die „Mercedarier“ außerdem kein Ritterorden seien. "Es gibt eine Fülle von selbstgegründeten Ritterorden, die nicht kirchlich anerkannt sind. Es gibt leider zu jedem katholischen Orden eine illegale Zweitausgabe, so auch bei den Maltesern oder Grabesrittern“, meinte Leitenberger, der diesen Fall als eine „Sache der "Lefebvre-Anhänger“ einstufte.

Der Mercedarier-Orden kritisierte daraufhin die Aussagen von Leitenberger und betonte, dass seine Behauptungen "jeder Grundlage" entbehren. "Die Mitglieder der Wiener Mercedarierkommende wurden in Rom vom Generalmagister (Generaloberen) des Mercedarierordens, P. Giovannino Tolu, in die dem Orden angegliederte Laiengemeinschaft "Compagnia di S. Maria della Mercede" aufgenommen und haben die Erzdiözese Wien davon in Kenntnis gesetzt. Das Erzbischöfliche Ordinariat bestätigte den Erhalt dieser Mitteilung."

http://kath.net/news/15909

Donnerstag, 14. November 2013

Gran Consilio, 9. November 2013

Am 9. November dieses Jahres fand in Turin,  in der Basilica di Superga, eine Versammlung des Großrates (Gran Consilio) der Ritter des Mercedarierordens statt.


Freitag, 11. Oktober 2013

Geschichte des Mercedarierordens auf dem YouTube-Kanal der Ordens

Die US-Provinz des Mercedarierordens hat unter folgendem Link eine umfangreiche Videosammlung in ihrem YouTube-Channel zur Verfügung gestellt:
http://www.youtube.com/user/Mercedarian

Im folgenden Interview spricht Fr. Joseph Eddy O. de M. über die Geschichte unseres Ordens und erwähnt auch, dass wir ursprünglich 1218 als "military order", also als militärischer bzw. Ritterorden gegründet wurden, bevor wir im frühen 17. Jh. ein Mendikanten- also Bettelorden wurden. (ab Min. 05:20)
Die Langform des Ordensnamens auf Englisch lautet Order of the Blessed Virgin Mary of Mercy for the Redemption of Captive Christians, die Kurzform: Order of Mercy oder nur Mercedarians.
Interessant ist auch was Fr. Joseph über den Wappenschild (vier rote Längsstreifen auf goldenem Grund, also das Wappen von Aragon, darüber das weiße Kreuz der Kathedrale von Barcelona, beides gekrönt von der aragonesischen Königskrone) sagt: Durch das Wappen des Königs genossen die Mercedarier einen gewissen Schutz, wenn sie sich im (muslimischen) Feindesland aufhielten, um Gefangene und Sklaven freizukaufen. Ein Angriff auf sie wäre als Kriegserklärung gegen die Krone von Aragon gewertet worden.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Feier des Patroziniums des Mercedarierordens

Wie jedes Jahr beging die Wiener Kommende der Mercedarierritter die Feier des Patroziniums des Mercedarierordens, den Festtag Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen, nach dem alten liturgischen Kalender am 24. September mit einer Mitternachtsmette (0 Uhr). Ein Abend mit (Stunden-)Gebet und Einkehr fand in Feier des hl. Messopfers seinen Abschluss. Die Wiener Mercedarier leben nicht in klösterlicher Gemeinschaft sondern stehen, als Angehörige des Laienzweig des Ordens, in der Arbeits-und Berufswelt, sind vielfach Familienväter oder -mütter. Anlässe wie die feierliche Begehung des Patroziniums oder andere Einkehrtage sind Gelegenheit, sich im Gebet mit dem klösterlichen Zweig des Ordens zu vereinen und gemeinsam für die weltweit verfolgten Christen zu beten. In diesem Zusammenhang ist auch die (oft versteckt und schleichend voranschreitende) strukturelle Verfolgung des Christentums im ehedem christlichen Abendland zu erwähnen.


Montag, 2. September 2013

Die "alte Messe" in der Karlskirche

Nach der Sommerpause, ab 2. September, gibt es in der Wiener Karlskirche wieder jeden ersten Montag im Monat jeweils um 19.00 Uhr eine heilige Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Die organisatorische Leitung liegt bei der Una Voce Österreich. Mitglieder unserer Kommende unterstützen in der Organisation, leisten Altardienst und sind für die musikalische Gestaltung verantwortlich.

 

St. Karl Borromäus
Kreuzherrengasse 1
1040 Wien

S. Stephanus, Confessor
2. September 2013 19:00 - St. Karl, Wien IV
Choralamt in der Karlskirche
es singt die Schola Medicea
Orgel: Roman Chlada

B. M. V. de Rosario
7. Oktober 2013 19:00 - St. Karl, Wien IV
Choralamt in der Karlskirche
es singt die Schola Medicea
Orgel: Roman Chlada

S. Carolus Borromaeus, Confessor & Episcopus
4. November 2013 19:00 - St. Karl, Wien IV
Bischofs-Hochamt in der Karlskirche
musikalische Leitung und Orgel: Roman Chlada

S. Bibiana, Virgo & Martyr
2. Dezember 2013 19:00 - St. Karl, Wien IV
Choralamt in der Karlskirche
es singt die Schola Medicea
Orgel: Roman Chlada

Sonntag, 25. August 2013

Festtag des sel. Markus von Aviano

Wie jedes Jahr beging die Wiener Kommende der Mercedarierritter am 13. August den Festtag ihres Kommendenpatrons, des sel. Markus von Aviano, mit einer feierlichen heiligen Messe und einer Andacht am Grabe des seligen Kapuzinerpaters in der Wiener Kapuzinerkirche am Neuen Markt.
Zum Abschluss wurde vom Kaplan unserer Kommende, Pater Florian Grafl, FSSP, jedem der anwesenden Angehörigen und Freunde der Kommende der Einzelsegen mit der heiligen Reliquie des sel. Markus erteilt.

Samstag, 17. Dezember 2011

Erneuerung der Immakulata-Weihe


Die Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens hat bei ihrem alljährlichen Einkehrtag in der Oktav von Mariä Empfängnis ihre Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens erneuert.

Die Weiheerneuerung fand in der Loretto-Kapelle des Schlosses Walpersdorf statt.

Samstag, 24. September 2011

24. September, Patroziniumsfest des Mercedarierordens

Auch dieses Jahr hat die Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens ihr Ordenspatrozinium, das Fest Maria vom Loskauf der Gefangenen, feierlich begangen. Die Schlosskapelle sowie die wunderbare Lorettokapelle des Schlosses Walpersdorf bei Herzogenburg in Niederösterreich boten dafür den gewohnt adequaten Rahmen. Nach dem Kapitel, an dem nur die investierten Angehörigen der Kommende teilnehmen, stand der Einkehrtag wie immer auch Gästen offen. Nach der hl. Messe um 11:30 warteten die Petrus-Claver-Schwestern, die ja das Exerzitienhaus auf Schloss Walpersdorf führen, wie gewohnt mit einem hervorragend guten, dem hohen Feiertag würdigen Mittagsmahl auf. Am Nachmittag wurde mit einem geistlichen Vortrag unseres Konventualpriors, P. Florian Grafl FSSP, fortgesetzt. Hw. P. Grafl sprach über die Sieben Schmerzen Mariens und setzte diese in den Kontext der Erlösung. Am Ende dieses gnadenreichen Tages stand die feierliche Vesper mit Sakramentsandacht und die abschließende Lauretanische Litanei in der Lorettokapelle.


P. Florian Grafl FSSP, der Konventualprior der Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens, hielt einen geistlichen Vortrag über die Sieben Schmerzen Mariens.

Dienstag, 5. Juli 2011

Das 3-Säulen-Programm: Gebet, Gebet, Gebet

Als der Mercedarierorden im Jahre 2005 seine Wiener Ritterkommende "zum Seligen Marco d'Aviano" ins Leben gerufen hat, hat ihr Komtur, der damalige Volksanwalt, Abg.z.NR Mag. Ewald Stadler, eine eindeutige Losung vorgegeben. Auf drei Säulen sollte das Leben und die Arbeit der Kommende beruhen: Die erste Säule sollte das Gebet sein, die zweite sollte das Gebet sein, und die dritte sollte das Gebet sein. Die Wiener Mercedarierritter sind also in erster Linie eine Gebetsgemeinschaft, die sich in fester Verbundenheit mit der Ordensleitung und dem Heiligen Vater in Rom weiß.

Dankbar können wir im nunmehr siebenten Jahr unseres Bestehens sagen, dass das regelmäßige gemeinsame Gebet zu einem fixen und unverzichtbaren Bestandteil unseres Gemeinschaftslebens geworden ist. Zunächst an wechselnden Orten, seit Frühjahr 2011 aber in der Wiener Karlskirche, treffen sich die Angehörigen und Freunde der Wiener Mercedarierkommende zur gemeinsamen Feier des heiligen Messopfers. Im Anschluss an die heilige Messe beten wir in der Agneskapelle der Karlskirche die Vesper des Marienoffiziums und die Lauretanische Litanei.

Für die feierliche musikalische Umrahmung der Gottesdienst sorgt unser Mitbruder Cav. Roman Chlada, der sich mit seinen Ensembles der Pflege der alten Kirchenmusik verschrieben hat. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Website http://www.romanchlada.com/

Die nächsten Termine in der Karlskirche sind:

S. Laurentius Iustinianus

5. viiii. 2011
19:00 - St. Karl, Wien iiii

Choralamt in der Karlskirche

es singt die Schola Medicea
Orgel: Roman Chlada


S. Franciscus Borgia

10. x. 2011
19:00 - St. Karl, Wien iiii

Choralamt in der Karlskirche

es singt die Schola Medicea
Orgel: Roman Chlada

Requiem

7. xi. 2011
19:00 - St. Karl, Wien iiii

5-Herren-Amt in der Karlskirche

gesungen wird die Missa pro defunctis a 6 vocibus von Tomas Luis de Victoria (Madrid 1605)
musikalische Leitung und Orgel: Roman Chlada

Feria in Adventu

5. xii. 2011
19:00 - St. Karl, Wien iiii

Choralamt in der Karlskirche

es singt die Schola Medicea
Orgel: Roman Chlada

Freitag, 24. Dezember 2010

Weihnachten im Koran

Kommentar von Cav. Dr. Christoph Heger, Mercedarierkommende St. Albertus Magnus zu Köln


Liebe Freunde,

Zum bevorstehenden Weihnachtsfest soll einmal ein friedlicher, ein weihnachtlicher Ton angeschlagen werden. Natürlich nicht in dem Sinne, daß man sich jetzt um des lieben Friedens willen über die im Bezug auf westliches Demokratiesystem latent verfassungsfeindlichen Seiten des Islams belügen dürfte! Vielmehr in dem Sinne, daß verschüttete christliche Fundamente dieser Religion einmal in den Blick kommen sollen.

Betrachten Sie dazu die Sure 97 des Korans. Rudi Paret, zu Lebzeiten oft als Nestor der deutschen Arabistik bezeichnet, hat eine Übersetzung des Korans vorgelegt, die philologische Treue und Genauigkeit mit der Absicht verbinden will, den Koran im traditionellen islamischen Verständnis zu übersetzen. Da aber mindestens ein Fünftel des Korans als arabischer Text unverständlich ist, geht das vielfach nur, indem Paret erklärende Zusätze einschiebt, die nicht vom arabischen Text gedeckt sind, auf Zweifelhaftes in Kommentaren hinweist und, wo es gar nicht anders geht, das arabische Wort in Klammern hinzufügt. Die Sure 97 übersetzt er so:

Sure 97

Die Bestimmung

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.

1 Wir haben ihn (d.h. den Koran) in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt.

2 Aber wie kannst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist?

3 Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.

4 Die Engel und der Geist kommen in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn hinab, lauter Logos(wesen).

5 Sie ist (voller) Heil (und Segen), bis die Morgenröte sichtbar wird (wörtlich: aufgeht).

Paret folgt also dem verbreiteten islamischen Verständnis, daß in der hier gefeierten Nacht der Koran „herabgesandt“ worden sei – obwohl doch andererseits die islamische Ursprungslegende behauptet, daß der Koran stückweise, über mehr als zwei Jahrzehnte verteilt „auf den Propheten herabgekommen“ sei.

Nun hat jedoch schon der bedeutende britische Koranforscher und -übersetzer Richard Bell (1876-1952) die Vermutung ausgesprochen, daß Sure 97 in irgendeiner Weise mit einem christlichen Text über die Nacht der Geburt Jesu Christi in Verbindung steht. Der genialische Orientalist, Altertumsforscher und Theologe Günter Lüling (* 1928) konnte in seinem Buch „Über den Ur-Qur’an“, Erlangen 1974, mit textkritischen Methoden zeigen, daß Sure 97 selber ein strophischer (christlicher) Hymnus auf die Geburt des Erlösers ist. Christoph Luxenberg, Autor von „Die syro-aramäische Lesart des Koran. Ein Beitrag zur Entzifferung der Koransprache“, Berlin 2000, bestätigte das mit der Aufdeckung des syro-aramäischen Substrats bislang nicht verstandener Textteile. Er schlug folgende Übersetzung vor:

Sure 97

Die Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns)

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.

1. Wir haben ihn (= den Jesusknaben) in der Nacht der Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns) herabkommen lassen.

2. Was weißt du, was die Nacht der Schicksalsbestimmung ist?

3. Die Nacht (= die Nokturn) der Schicksalsbestimmung ist gnadenreicher als tausend Vigilien.

4. Die Engel, vom Geiste (begleitet), bringen darin mit Erlaubnis ihres Herrn allerlei Hymnen herab.

5. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.

und vermutete, daß Sure 97 als Einleitung zu einer Weihnachtsliturgie der christlichen Araber gedient habe.

Luxenbergs philologische Beweisführung, darunter eine gewisse Bestätigung aus der islamischen Traditionsliteratur, ist hier nachzulesen: http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2003/imp030103.html

Was allen drei Gelehrten, Richard Bell, Günter Lüling und Christoph Luxenberg, nicht bekannt war, holte Michael Marx, der Leiter der Arbeitsstelle Corpus Coranicum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, aus der Vergessenheit hervor: Schon die christlichen Araber (oder allgemeiner: Orientalen) des Mittelalters wußten, daß Sure 97 ursprünglich von Weihnachten spricht. Das beweist eindeutig die sogenannte „christliche Bahira-Legende“, also die christliche Fassung der berühmten Legende vom Mönch Bahira. Von dieser Legende gibt es nämlich zwei Versionen:

§ In der islamischen begegnet Mohammed in seiner Jugend dem Einsiedler Bahira, als er mit einer mekkanischen Karawane nach Syrien reist, die an der Klause des Mönchs Rast einlegt. Der Einsiedler, der in den heiligen Schriften kundig ist, kann Mohammed anhand eines Mals an dessen Rücken (Siegel des Propheten) identifizieren als den künftigen Propheten, der auch in der Bibel angekündigt sei.

§ In der christlichen Fassung will der nestorianische Mönch Bahira unter den Arabern das Christentum verbreiten, begegnet Mohammed und wird dessen Lehrer. Nachts unterrichtet er Mohammed, der am Tage den Mekkanern Bahiras Lehre als göttliche Offenbarung verkündigt (vgl. Sure 16, Vers 103).

Der jüdische Gelehrte und spätere Politiker der Zionistischen Weltorganisation Richard Gottheil (1862-1936) hat die christliche Bahira-Legende in den Jahren 1898 bis 1903 in der Zeitschrift für Assyriologie und verwandte Gebiete veröffentlicht. In der (englischen Übersetzung von Gottheil dieser) Legende spricht der – Mohammed lehrende – Mönch Bahira von sich selbst:

»I wrote also. "I have caused it to come down in the night al-qadr. What tells thee what is the night al-qadr? The night al-qadr is better than a thousand months. In it the angels and the spirit came down according to the comrnand of their master. Everything is peace in it until the dawn will have arrived." I mean by this the great and holy night, in which the angels came down and announced to the shepherds the birth of our master the Redeemer in Bethlehem.«

Also

»Ich schrieb auch: "Ich habe es herabkommen lassen in der Nacht al-qadr. Was sagt dir ist die Nacht al-qadr? Die Nacht al-qadr ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist herab gemäß dem Befehl ihres Meisters. Alles ist Friede in ihm, bis die Morgendämmerung kommt." Ich meine damit die große und heilige Nacht, in der die Engel herabstiegen und den Hirten die Geburt unseres Herrn, des Erlösers in Bethlehem verkündeten.«

Mehr dazu findet sich hier: http://www.christoph-heger.de/Textkritik_am_Koran.html

Was auch immer an der christlichen Bahira-Legende wahr ist oder nicht – sie zeigt: Christliche Orientalen wußten schon vor Jahrhunderten, daß Sure 97 ursprünglich ein christlicher Text war.

In diesem Sinne allerseits gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr 2011!

Ihr Christoph Heger

Sonntag, 12. Dezember 2010

Wiener Kommende weiht sich der Immaculata

Die Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens hat sich an ihrem Jahresabschlusskapitel am 11. Dezember 2011 feierlich dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht.

Man darf ruhig glauben, dass auch die Vorsehung ein bisschen mithalf, dass dieser bedeutende Schritt in der Entwicklung des geistlichen Lebens unserer Kommende, nach zweimaliger Terminverschiebung, ausgerechnet an einem Monatselften stattfinden durfte. An einem Elften, und zwar am 11. Februar 1858, erschien in Lourdes die Muttergottes der kleinen Bernadette. Ihre wichtigste Botschaft: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis. Damit hatte die allerseligste Jungfrau selbst das am 8. Dezember 1854 von Papst Pius IX. in der Bulle "Ineffabilis Deus" (Der unbegreifliche Gott) verkündete Dogma von der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter bestätigt.

An diesem 11. Dezember 2011 nun hat der Komtur vom sel. Markus von Aviano, Abg. z. NR Mag. Ewald Stadler, in einem feierlichen Weiheakt, der vom Konventualprior, dem Hw. Herrn P. Florian Grafl FSSP geleitet wurde, die Wiener Kommende und alle ihre Angehörigen der ohne Erbünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria geweiht.

Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren, hat die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria in Fatima gesagt. Es gäbe keinen besseren Platz für die Ritter Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen, als am Unbefleckten Herzen ihrer Dienstherrin.