Kommentar von Cav. Dr. Christoph Heger, Mercedarierkommende St. Albertus Magnus zu Köln
Liebe Freunde,
Zum bevorstehenden Weihnachtsfest soll einmal ein friedlicher, ein weihnachtlicher Ton angeschlagen werden. Natürlich nicht in dem Sinne, daß man sich jetzt um des lieben Friedens willen über die im Bezug auf westliches Demokratiesystem latent verfassungsfeindlichen Seiten des Islams belügen dürfte! Vielmehr in dem Sinne, daß verschüttete christliche Fundamente dieser Religion einmal in den Blick kommen sollen.
Betrachten Sie dazu die Sure 97 des Korans. RudiParet, zu Lebzeiten oft als Nestor der deutschen Arabistik bezeichnet, hat eine Übersetzung des Korans vorgelegt, die philologische Treue und Genauigkeit mit der Absicht verbinden will, den Koran im traditionellen islamischen Verständnis zu übersetzen. Da aber mindestens ein Fünftel des Korans als arabischer Text unverständlich ist, geht das vielfach nur, indem Paret erklärende Zusätze einschiebt, die nicht vom arabischen Text gedeckt sind, auf Zweifelhaftes in Kommentaren hinweist und, wo es gar nicht anders geht, das arabische Wort in Klammern hinzufügt. Die Sure 97 übersetzt er so:
Sure 97
Die Bestimmung
Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.
1 Wir haben ihn (d.h. den Koran) in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt.
2 Aber wie kannst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist?
3 Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.
4 Die Engel und der Geist kommen in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn hinab, lauter Logos(wesen).
5 Sie ist (voller) Heil (und Segen), bis die Morgenröte sichtbar wird (wörtlich: aufgeht).
Paret folgt also dem verbreiteten islamischen Verständnis, daß in der hier gefeierten Nacht der Koran „herabgesandt“ worden sei – obwohl doch andererseits die islamische Ursprungslegende behauptet, daß der Koran stückweise, über mehr als zwei Jahrzehnte verteilt „auf den Propheten herabgekommen“ sei.
Nun hat jedoch schon der bedeutende britische Koranforscher und -übersetzer RichardBell (1876-1952) die Vermutung ausgesprochen, daß Sure 97 in irgendeiner Weise mit einem christlichen Text über die Nacht der Geburt JesuChristi in Verbindung steht. Der genialische Orientalist, Altertumsforscher und Theologe GünterLüling (* 1928) konnte in seinem Buch „Über den Ur-Qur’an“, Erlangen 1974, mit textkritischen Methoden zeigen, daß Sure 97 selber ein strophischer (christlicher) Hymnus auf die Geburt des Erlösers ist. ChristophLuxenberg, Autor von „Die syro-aramäische Lesart des Koran. Ein Beitrag zur Entzifferung der Koransprache“, Berlin 2000, bestätigte das mit der Aufdeckung des syro-aramäischen Substrats bislang nicht verstandener Textteile. Er schlug folgende Übersetzung vor:
Sure 97
Die Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns)
Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.
1. Wir haben ihn (= den Jesusknaben) in der Nacht der Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns) herabkommen lassen.
2. Was weißt du, was die Nacht der Schicksalsbestimmung ist?
3. Die Nacht (= die Nokturn) der Schicksalsbestimmung ist gnadenreicher als tausend Vigilien.
4. Die Engel, vom Geiste (begleitet), bringen darin mit Erlaubnis ihres Herrn allerlei Hymnen herab.
5. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.
und vermutete, daß Sure 97 als Einleitung zu einer Weihnachtsliturgie der christlichen Araber gedient habe.
Was allen drei Gelehrten, Richard Bell, GünterLüling und ChristophLuxenberg, nicht bekannt war, holte MichaelMarx, der Leiter der Arbeitsstelle Corpus Coranicum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, aus der Vergessenheit hervor: Schon die christlichen Araber (oder allgemeiner: Orientalen) des Mittelalters wußten, daß Sure 97 ursprünglich von Weihnachten spricht. Das beweist eindeutig die sogenannte „christliche Bahira-Legende“, also die christliche Fassung der berühmten Legende vom Mönch Bahira. Von dieser Legende gibt es nämlich zwei Versionen:
§In der islamischen begegnet Mohammed in seiner Jugend dem Einsiedler Bahira, als er mit einer mekkanischen Karawane nach Syrien reist, die an der Klause des Mönchs Rast einlegt. Der Einsiedler, der in den heiligen Schriften kundig ist, kann Mohammed anhand eines Mals an dessen Rücken (Siegel des Propheten) identifizieren als den künftigen Propheten, der auch in der Bibel angekündigt sei.
§In der christlichen Fassung will der nestorianische Mönch Bahira unter den Arabern das Christentum verbreiten, begegnet Mohammed und wird dessen Lehrer. Nachts unterrichtet er Mohammed, der am Tage den MekkanernBahiras Lehre als göttliche Offenbarung verkündigt (vgl. Sure 16, Vers 103).
Der jüdische Gelehrte und spätere Politiker der Zionistischen Weltorganisation RichardGottheil (1862-1936) hat die christliche Bahira-Legende in den Jahren 1898 bis 1903 in der Zeitschrift für Assyriologie und verwandte Gebiete veröffentlicht. In der (englischen Übersetzung von Gottheil dieser) Legende spricht der – Mohammed lehrende – Mönch Bahira von sich selbst:
»I wrote also. "I have caused it to come down in the night al-qadr. What tells thee what is the night al-qadr? The night al-qadr is better than a thousand months. In it the angels and the spirit came down according to the comrnand of their master. Everything is peace in it until the dawn will have arrived." I mean by this the great and holy night, in which the angels came down and announced to the shepherds the birth of our master the Redeemer in Bethlehem.«
Also
»Ich schrieb auch: "Ich habe es herabkommen lassen in der Nacht al-qadr. Was sagt dir ist die Nacht al-qadr? Die Nacht al-qadr ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist herab gemäß dem Befehl ihres Meisters. Alles ist Friede in ihm, bis die Morgendämmerung kommt." Ich meine damit die große und heilige Nacht, in der die Engel herabstiegen und den Hirten die Geburt unseres Herrn, des Erlösers in Bethlehem verkündeten.«
Was auch immer an der christlichen Bahira-Legende wahr ist oder nicht – sie zeigt: Christliche Orientalen wußten schon vor Jahrhunderten, daß Sure 97 ursprünglich ein christlicher Text war.
In diesem Sinne allerseits gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr 2011!
Der Komtur der Wiener Mercedarierkommende, Abg. z. NR Mag. Ewald Stadler, nimmt seine Verantwortung als Katholik und Oberer einer katholischen Laiengemeinschaft wahr und bezieht in seiner politischen Funktion als Abgeordneter zum Nationalrat zu brisanten Themen im Sinne der Kirche und im Sinne des klaren Menschenverstandes Stellung.
Klarstellungen bezüglich der beleidigenden Aussagen des türkischen Botschafters Kadri Ecvet Tezcan:
Verteidigungsrede gegen die Angriffe auf die Kirche im Zuge der Missbrauchsdebatte:
Lehrmäßige Note der Glaubenskongregation zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben zitiert nach kath.net :
Die Kongregation für die Glaubenslehre hält es nach Anhören des Päpstlichen Rates für die Laien für angemessen, die vorliegende Note zu einigen Fragen über den Einsatz und das Verhalten der Katholiken im politischen Leben zu veröffentlichen. Die Note richtet sich an die Bischöfe der katholischen Kirche und in besonderer Weise an die katholischen Politiker sowie an alle gläubigen Laien, die zur Teilnahme am öffentlichen und politischen Leben in den demokratischen Gesellschaften berufen sind.
I. Eine beständige Lehre
1. Der Einsatz des Christen in der Welt hat in der 2000-jährigen Geschichte verschiedene Ausdrucksweisen und Wege gefunden. Einer davon ist die aktive Teilnahme in der Politik. Die Christen, so schrieb ein kirchlicher Schriftsteller der ersten Jahrhunderte, "nehmen am öffentlichen Leben teil wie Bürger". Die Kirche verehrt unter ihren Heiligen zahlreiche Männer und Frauen, die Gott durch ihren großzügigen Einsatz in politischen Ämtern und in Regierungsverantwortung gedient haben. Unter ihnen ist der heilige Thomas Morus, der zum Patron der Regierenden und der Politiker ausgerufen wurde und der bis zum Martyrium "von der unantastbaren Würde des Gewissens" Zeugnis abzulegen wusste. Obgleich er verschiedenen Formen von psychologischem Druck ausgesetzt war, wies er jeglichen Kompromiss zurück. Ohne die "beständige Treue zur Autorität und zu den rechtmäßigen Institutionen" aufzugeben, die ihn auszeichnete, bestätigte er mit seinem Leben und mit seinem Tod, dass sich "der Mensch nicht von Gott und die Politik nicht von der Moral trennen kann".
Die gegenwärtigen demokratischen Gesellschaften, in denen lobenswerterweise alle an der Gestaltung des Gemeinwesens in einem Klima wahrer Freiheit teilhaben, fordern neue und weitgehendere Formen der Beteiligung der Bürger - Christen wie Nichtchristen - am öffentlichen Leben. In der Tat können alle durch ihre Stimme zur Wahl der Gesetzgeber und der Regierung und, auch auf andere Weisen, zur Bildung der politischen Einstellungen und der gesetzlichen Entscheidungen beitragen, die ihrer Ansicht nach am besten dem Gemeinwohl dienen. Das Leben in einem demokratischen System könnte sich nicht gut entfalten ohne die aktive, verantwortliche und großzügige Beteiligung aller, "wenn auch in verschiedenartigen, komplementären Formen, Ebenen, Aufgaben und Verantwortungen".
Indem die gläubigen Laien - "geführt vom christlichen Gewissen" und im Einklang mit den damit übereinstimmenden Werten - die allgemeinen politischen Pflichten erfüllen, üben sie auch die ihnen eigene Aufgabe aus, die zeitliche Ordnung christlich zu beseelen. Dabei haben sie das Wesen und die legitime Autonomie der zeitlichen Ordnung zu respektieren und mit den anderen Bürgern gemäß ihrer spezifischen Kompetenz und in eigener Verantwortung zusammenzuarbeiten. In Folge dieser grundlegenden Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils "können die Laien nicht darauf verzichten, sich in die 'Politik' einzuschalten, das heißt in die vielfältigen und verschiedenen Initiativen auf wirtschaftlicher, sozialer, gesetzgebender, verwaltungsmäßiger und kultureller Ebene, die der organischen und institutionellen Förderung des Gemeinwohls dienen". Dies beinhaltet die Förderung und Verteidigung von Gütern wie öffentliche Ordnung und Frieden, Freiheit und Gleichheit, Achtung des menschlichen Lebens und der Umwelt, Gerechtigkeit, Solidarität, usw.
Die vorliegende Note beansprucht nicht, die gesamte Lehre der Kirche zu diesem Thema vorzulegen, die in ihren wesentlichen Linien im Katechismus der Katholischen Kirche zusammengefasst ist. Sie möchte nur einige dem christlichen Gewissen eigene Prinzipien in Erinnerung rufen, die den sozialen und politischen Einsatz der Katholiken in den demokratischen Gesellschaften inspirieren". Bei den sich oft überstürzenden Ereignissen der letzten Zeit traten nämlich zweideutige Auffassungen und bedenkliche Positionen zu Tage, so dass eine Klärung wichtiger Aspekte und Dimensionen dieses Themas angebracht erscheint.
II. Einige Kernpunkte in der gegenwärtigen kulturellen und politischen Debatte
2. Die Gesellschaft befindet sich heute in einem komplexen kulturellen Prozess, der das Ende eines Zeitabschnittes und die Unsicherheit über die neue am Horizont stehende Epoche anzeigt. Die großen Errungenschaften, die offenkundig sind, fordern dazu heraus, den Weg zu überdenken, den die Menschheit im Fortschritt und in der Aneignung von menschlicheren Lebensbedingungen gegangen ist. Die wachsende Verantwortung gegenüber den Entwicklungsländern ist gewiss ein Zeichen, von großer Bedeutung, an dem die wachsende Sensibilität für das Gemeinwohl deutlich wird. Daneben dürfen aber nicht die großen Gefahren verschwiegen werden, auf die einige Geistesströmungen die Gesetzgebungen und infolgedessen das Verhalten der kommenden Generationen hinlenken möchten.
Heute kann man einen gewissen kulturellen Pluralismus feststellen, der mit der Theorie und Verteidigung des ethischen Pluralismus deutliche Zeichen an sich trägt, die den Verfall und die Auflösung der Vernunft und der Prinzipien des natürlichen Sittengesetzes anzeigen. In Folge dieser Tendenz ist es leider nicht unüblich, dass in öffentlichen Erklärungen behauptet wird, der ethische Pluralismus sei die Bedingung für die Demokratie. So kommt es, dass die Bürger einerseits für ihre eigenen moralischen Entscheidungen die totale Autonomie einfordern und die Gesetzgeber andererseits meinen, diese Entscheidungsfreiheit zu respektieren, wenn sie Gesetze beschließen, die von den Prinzipien der natürlichen Ethik absehen und kulturellen oder moralischen Einstellungen nachgeben, die mehr oder weniger in Mode sind, als ob alle möglichen Auffassungen über das Leben den gleichen Wert hätten. Zugleich wird mit irrtümlicher Berufung auf den Wert der Toleranz von einem guten Teil der Bürger - auch von den Katholiken - gefordert, darauf zu verzichten, am sozialen und politischen Leben der eigenen Länder gemäß der Auffassung über die Person und das Gemeinwohl mitzuwirken, die sie als menschlich wahr und gerecht ansehen und die sie durch die legitimen Mittel umsetzen möchten, welche die demokratische Rechtsordnung allen Mitgliedern der politischen Gemeinschaft in gleicher Weise zur Verfügung stellt. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts zeigt hinreichend, dass jene Bürger Recht haben, die die relativistische These für vollkommen falsch halten, nach der es keine moralische Norm gibt, die in der Natur des Menschseins selbst wurzelt und der jede Auffassung vom Menschen, vom Gemeinwohl. und vom Staat zu unterwerfen ist.
3. Diese relativistische Auffassung des Pluralismus hat nichts gemein mit der legitimen Freiheit der katholischen Bürger, unter den politischen Meinungen, die mit dem Glauben und dem natürlichen Sittengesetz vereinbar sind, jene auszuwählen, die gemäß dem eigenen Urteil den Erfordernissen des Gemeinwohls besser gerecht wird. Die politische Freiheit gründet mitnichten in der relativistischen Idee, gemäß der alle Auffassungen über das Wohl des Menschen dieselbe Wahrheit und denselben Wert besitzen, sondern in dem Umstand, dass die politischen Aktivitäten von Fall zu Fall auf die ganz konkrete Verwirklichung des menschlichen und sozialen Wohles hinzielen, und zwar in einem genau umschriebenen geschichtlichen, geographischen, ökonomischen, technologischen und kulturellen Zusammenhang. Von der konkreten Verwirklichung und den verschiedenen Umständen hängen im Allgemeinen die unterschiedlichen Einstellungen und Lösungen ab, die allerdings moralisch annehmbar sein müssen. Es ist nicht Aufgabe der Kirche, konkrete Lösungen - oder gar ausschließliche Lösungen - für zeitliche Fragen zu entwickeln, die Gott dem freien und verantwortlichen Urteil eines jeden überlassen hat. Es ist freilich Recht und Pflicht der Kirche, moralische Urteile über zeitliche Angelegenheiten zu fällen, wenn dies vom Glauben und vom Sittengesetz gefordert ist. Der Christ ist gehalten, "berechtigte Meinungsverschiedenheiten in Fragen der Ordnung irdischer Dinge" anzuerkennen. Zugleich ist er gerufen, sich von einer Auffassung des Pluralismus im Sinn eines moralischen Relativismus zu distanzieren, die für das demokratische Leben selbst schädlich ist. Dieses braucht wahre und solide Fundamente, das heißt ethische Prinzipien, die auf Grund ihrer Natur und ihrer Rolle als Grundlage des sozialen Lebens nicht "verhandelbar" sind.
Auf der Ebene der konkreten politischen Auseinandersetzung muss man beachten, dass einige Entscheidungen in sozialen Fragen kontingenten Charakter haben, dass moralisch oft unterschiedliche konkrete Strategien möglich sind, um denselben Grundwert zu verwirklichen oder zu garantieren, dass einige politische Grundprinzipien auf verschiedene Weise interpretiert werden können und dass ein guter Teil der politischen Fragestellungen komplexer Natur sind. Dies erklärt, weshalb es im Allgemeinen mehrere Parteien gibt, in denen die Katholiken aktiv mitarbeiten können, um - insbesondere durch die parlamentarische Vertretung - ihr Recht und ihre Pflicht beim Aufbau der Gesellschaft ihres Landes auszuüben. Diese offenkundige Feststellung darf allerdings nicht verwechselt werden mit einem unterschiedslosen Pluralismus in der Wahl der moralischen Prinzipien und Grundwerte, auf die Bezug genommen wird. Die legitime Vielfalt der zeitlichen Optionen lässt den Mutterboden unversehrt, aus dem der Einsatz der Katholiken in der Politik kommt, und dieser bezieht sich direkt auf die christliche Moral- und Soziallehre. Mit dieser Lehre müssen sich die katholischen Laien immer auseinandersetzen, um Sicherheit darüber zu haben, dass ihre eigene Mitwirkung am politischen Leben von einer kohärenten Verantwortung für die zeitlichen Dinge geprägt ist.
Die Kirche ist sich bewusst, dass der Weg der Demokratie einerseits die direkte Mitwirkung der Bürger an den politischen Entscheidungen am besten zum Ausdruck bringt, andererseits aber nur in dem Maß möglich ist, in dem er ein richtiges Verständnis über die Person zur Grundlage hat. Der Einsatz der Katholiken kann bezüglich dieses Prinzips keinem Kompromiss nachgeben, denn sonst würden das Zeugnis des christlichen Glaubens in der Welt und die innere Einheit und Kohärenz der Gläubigen selbst aufgegeben. Die demokratische Struktur, .auf die sich der moderne Staat aufbaut, wäre ziemlich schwach, wenn sie nicht die zentrale Bedeutung der Person zu ihrem Fundament machen würde. Es ist in der Tat die Achtung vor der Person, die die demokratische Teilnahme ermöglicht. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt; dass "der Schutz der Personenrechte die notwendige Bedingung dafür ist, dass die Bürger einzeln oder im Verbund am Leben und an der Leitung -des Staates tätig Anteil nehmen können".
4. Davon ausgehend gibt es ein komplexes Netz von aktuellen Problemen, die nicht mit den Fragestellungen vergangener Jahrhunderte verglichen werden können. Wissenschaftliche Errungenschaften haben es nämlich ermöglicht, Ziele zu erreichen, die das Gewissen der Menschen erschüttern und die Lösungen verlangen, welche die ethischen Prinzipien in kohärenter und vollständiger Weise respektieren. Ohne die Folgen für das Leben und die Zukunft der Völker in der Formung der Kultur und der sozialen Verhaltensweisen zu beachten, gibt es in der Gesetzgebung Versuche, die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens zu zerbrechen. In dieser schwierigen Lage haben die Katholiken das Recht und die Pflicht einzugreifen, um den tiefsten Sinn des Lebens und die Verantwortung, die alle dafür besitzen, in Erinnerung zu rufen. In Kontinuität der beständigen Lehre der Kirche hat Johannes Paul II. mehrmals unterstrichen, dass jene, die direkt in den gesetzgebenden Versammlungen tätig sind, die "klare Verpflichtung" haben, sich jedem Gesetz zu widersetzen, das ein Angriff auf das menschliche Leben ist. Für sie, wie für jeden Katholiken, ist es nicht erlaubt, sich an einer Meinungskampagne für solche Gesetze zu beteiligen oder sie mit der eigenen Stimme zu unterstützen. Das hindert nicht daran - wie Johannes Paul Il. in der Enzyklika Evangelium vitae für den Fall lehrte, in dem eine vollständige Abwendung oder Aufhebung eines bereits geltenden oder zur Abstimmung gestellten Abtreibungsgesetzes nicht möglich wäre -, "dass es einem Abgeordneten, dessen persönlicher absoluter Widerstand gegen die Abtreibung klargestellt und allen bekannt wäre, ... gestattet sein könnte, Gesetzesvorschläge zu unterstützen, die die Schadensbegrenzung eines solchen Gesetzes zum Ziel haben und die negativen Auswirkungen auf das Gebiet der Kultur und der öffentlichen Moral vermindern".
In diesem Zusammenhang muss hinzugefügt werden, dass das gut gebildete christliche Gewissen niemandem gestattet, mit der eigenen Stimme die Umsetzung eines politischen Programms zu unterstützen, in dem die grundlegenden Inhalte des Glaubens und der Moral durch alternative oder diesen Inhalten widersprechende Vorschläge umgestoßen werden. Weil der Glaube eine untrennbare Einheit bildet, ist es nicht möglich, auch nur einen seiner Inhalte herauszulösen, ohne der ganzen katholischen Lehre zu schaden. Der politische Einsatz für einen isolierten Aspekt der Soziallehre der Kirche würde der Verantwortung für das Gemeinwohl nicht gerecht. Auch darf der Katholik nicht meinen, anderen die christliche Verpflichtung überlassen zu können, die ihm durch das Evangelium Jesu Christi zukommt, damit die Wahrheit über den Menschen und die Welt verkündet und verwirklicht werde.
Wenn die politische Tätigkeit mit moralischen Prinzipien konfrontiert wird, die keine Abweichungen, Ausnahmen oder Kompromisse irgendwelcher Art zulassen, dann ist der Einsatz der Katholiken deutlicher sichtbar und mit größerer Verantwortung verbunden. Geht es um diese grundlegenden, unaufgebbaren ethischen Forderungen, müssen die Gläubigen wissen, dass der Kern der moralischen Ordnung auf dem Spiel steht, der das Gesamtwohl der Person betrifft. Dies ist der Fall bei den zivilen Gesetzen im Bereich der Abtreibung und der Euthanasie (nicht zu verwechseln mit dem Verzicht auf therapeutischen Übereifer, der - auch moralisch - erlaubt ist), die das vorrangige Recht des Menschen auf Leben von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende schützen müssen. In gleicher Weise ist an die Pflicht zu erinnern, die Rechte des menschlichen Embryos zu achten und zu verteidigen. In analoger Weise muss der Schutz und die Förderung der Familie gewährleistet werden, die auf der monogamen Ehe zwischen Personen verschiedenen Geschlechts gründet und die in ihrer Einheit und Stabilität gegenüber den modernen Gesetzen über die Ehescheidung zu schützen ist. Andere Formen des Zusammenlebens können der Familie in keiner Weise rechtlich gleichgestellt werden noch als solche eine gesetzliche Anerkennung erhalten. Auch die Freiheit der Eltern in der Erziehung ihrer eigenen Kinder ist ein unaufgebbares Recht, das zudem von den internationalen Erklärungen der Menschenrechte anerkannt ist. In gleicher Weise muss an den sozialen Schutz der Minderjährigen und an die Befreiung der Opfer von den modernen Formen der Sklaverei (zum Beispiel der Droge oder der Ausnützung durch die Prostitution) gedacht werden. Nicht fehlen darf in dieser Aufzählung das Recht auf Religionsfreiheit sowie die Entwicklung einer Wirtschaftsordnung, die im Dienst der Person und des Gemeinwohls steht und die soziale Gerechtigkeit und die Prinzipien der menschlichen Solidarität und der Subsidiarität beachtet, gemäß denen "die Rechte aller Personen, Familien und gesellschaftlichen Gruppen und deren Ausübung anerkannt werden sollen". Schließlich ist unter diesen Beispielen das große Thema des Friedens zu nennen. Eine irenische und ideologische Sichtweise neigt manchmal dazu, den Wert des Friedens zu säkularisieren, während man sich in anderen Fällen mit einem zusammenfassenden ethischen Urteil begnügt und die Komplexität der in Frage stehenden Ursachen vergisst. Der Friede ist immer "das Werk der Gerechtigkeit und die Wirkung der Liebe". Er verlangt, dass Gewalt und Terrorismus radikal und absolut zurückgewiesen werden. Er fordert den beständigen und wachsamen Einsatz jener, die in der Politik Verantwortung tragen.
III. Prinzipien der katholischen Lehre über Laizität und Pluralismus
5. In Anbetracht dieser Problemkreise kann man zwar mit Recht daran denken, unterschiedliche Vorgangsweisen anzuwenden, die verschiedene Sensibilitäten und Kulturen widerspiegeln. Es ist jedoch keinem Gläubigen gestattet, sich auf das Prinzip des Pluralismus und der Autonomie der Laien in der Politik zu berufen, um Lösungen zu begünstigen, die den Schutz der grundlegenden ethischen Forderungen für das Gemeinwohl der Gesellschaft kompromittieren oder schwächen. Es handelt sich dabei nicht um "konfessionelle Werte", denn diese ethischen Forderungen wurzeln im menschlichen Wesen und gehören zum natürlichen Sittengesetz. Wer sie verteidigt, muss sich nicht unbedingt zum christlichen Glauben bekennen, auch wenn die Lehre der Kirche diese Forderungen immer und überall als selbstlosen Dienst an der Wahrheit über den Menschen und das Gemeinwohl bekräftigt und verteidigt. Andererseits kann man nicht leugnen, dass die Politik auch auf Prinzipien Bezug nehmen muss, die einen absoluten Eigenwert haben, weil sie der Würde der Person und dem wahren menschlichen Fortschritt dienen.
6. Der häufige Verweis auf die "Laizität", die den politischen Einsatz der Katholiken lenken müsse, bedarf einer Klärung, die nicht nur terminologischer Natur ist. Die gewissenhafte Förderung des Gemeinwohls der politischen Gesellschaft hat nichts mit "Konfessionalismus" oder religiöser Intoleranz zu tun. Für die katholische Morallehre ist die Laizität, verstanden als Autonomie der zivilen und politischen Sphäre gegenüber der religiösen und kirchlichen - aber nicht gegenüber der moralischen Sphäre -, ein von der Kirche akzeptierter und anerkannter Wert, der zu den Errungenschaften der Zivilisation gehört. Johannes Paul II. hat mehrere Male vor den Gefahren gewarnt, die dann entstehen, wenn die religiöse und die politische Sphäre miteinander verwechselt werden. "Sehr delikat sind die Situationen, in denen eine spezifisch religiöse Norm Gesetz des Staates wird oder zu werden droht, ohne dass man gebührend zwischen den Kompetenzen der Religion und jenen der politischen Gesellschaft unterscheidet. Die Identifikation des religiösen Gesetzes mit dem Zivilgesetz kann in der Tat die Religionsfreiheit unterdrücken und auch andere unveräußerliche Menschenrechte einschränken oder beseitigen". Alle Gläubigen sind sich sehr bewusst, dass die spezifisch religiösen Akte (Bekenntnis des Glaubens, Teilnahme an den Gottesdiensten und den Sakramenten, theologische Lehren, wechselseitige Kommunikation zwischen den religiösen Amtsträgern und den Gläubigen, usw.) außerhalb der Kompetenzen des Staates bleiben, der sich in diese nicht einmischen darf noch sie in irgendeiner Weise vorschreiben oder verhindern kann, mit Ausnahme begründeter Forderungen der öffentlichen Ordnung. Die Anerkennung der zivilen und politischen Rechte und die Gewährung der öffentlichen Dienste dürfen nicht von den religiösen Überzeugungen oder Leistungen der Bürger abhängig gemacht werden.
Eine ganz andere Frage ist das Recht und die Pflicht der Katholiken, wie auch aller anderen Bürger, aufrichtig die Wahrheit zu suchen und die moralischen Wahrheiten über das gesellschaftliche Leben, die Gerechtigkeit, die Freiheit, die Ehrfurcht vor dem Leben und die anderen Rechte der Person mit legitimen Mitteln zu fördern und zu verteidigen. Die Tatsache, dass einige dieser Wahrheiten auch von der Kirche gelehrt werden, mindert nicht die bürgerliche Berechtigung und die "Laizität" des Einsatzes derer, die sich darin wiederfinden, und zwar unabhängig davon, welche Rolle die rationale Suche und die vom Glauben kommende Bestätigung bei der Anerkennung dieser Wahrheiten durch den einzelnen Bürger gespielt haben. "Laizität" bedeutet nämlich in erster Linie Respekt vor jenen Wahrheiten, die der natürlichen Erkenntnis von dem in der Gesellschaft lebenden Menschen entspringen, auch wenn diese Wahrheiten zugleich von einer bestimmten Religion gelehrt werden, weil es nur eine Wahrheit gibt. Es wäre ein Irrtum, die richtige Autonomie, die sich die Katholiken in der Politik zu eigen machen müssen, mit der Forderung nach einem Prinzip zu verwechseln, das von der Moral- und Soziallehre der Kirche absieht.
Mit seinen Verlautbarungen in diesem Bereich will das Lehramt der Kirche weder politische Macht ausüben noch die freie Meinungsäußerung der Katholiken über kontingente Fragen einschränken. Es beabsichtigt jedoch - entsprechend der ihm eigenen Aufgabe -, das Gewissen der Gläubigen zu unterweisen und zu erleuchten, und zwar vor allem jener, die sich im politischen Leben einsetzen, damit ihr Handeln immer der umfassenden Förderung der Person und des Gemeinwohls dient. Die Soziallehre der Kirche stellt keine Einmischung in die Regierung der einzelnen Länder dar. Aber sie beinhaltet für die gläubigen Laien gewiss eine moralische Verpflichtung zu einem kohärenten Leben, die ihrem Gewissen innewohnt, welches einzig und unteilbar ist. "Sie können keine Parallelexistenz führen: auf der einen Seite das 'spirituelle' Leben mit seinen Werten und Forderungen und auf der anderen Seite das 'welthafte' Leben, das heißt das Familienleben, das Leben in der Arbeit, in den sozialen Beziehungen, im politischen Engagement und in der Kultur. Die Rebe, die im Weinstock Christi verwurzelt ist, trägt in allen Bereichen ihres Wirkens und Lebens Früchte. Alle Lebensbereiche der Laien sind im Plan Gottes inbegriffen. Er will, dass sie der geschichtliche Ort der Offenbarung und Verwirklichung der Liebe Jesu Christi zur Ehre des Vaters und im Dienst der Brüder und Schwestern werden. Jedes Tun, jede Situation, jede konkrete Verpflichtung - wie zum Beispiel die Kompetenz und die Solidarität in der Arbeit, die Liebe und Hingabe in der Familie und in der Erziehung der Kinder, der soziale und politische Dienst, das Künden der Wahrheit auf dem Gebiet der Kultur - bieten hervorragende Gelegenheiten für einen ständigen Vollzug von Glaube, Hoffnung und Liebe". Wenn die Christen politisch in Übereinstimmung mit dem eigenen Gewissen leben und handeln, sind sie nicht Auffassungen ausgeliefert, die dem politischen Einsatz fremd sind, und betreiben auch nicht eine Form von Konfessionalismus. Vielmehr leisten sie auf diese Weise ihren stimmigen Beitrag, damit durch die Politik eine soziale Ordnung entsteht, die gerechter ist und mehr der Würde des Menschen entspricht.
In den demokratischen Gesellschaften werden alle Vorschläge frei diskutiert und geprüft. Wer im Namen des Respekts vor dem persönlichen Gewissen in der moralischen Verpflichtung der Christen, mit dem eigenen Gewissen kohärent zu sein, ein Zeichen sehen möchte, diese politisch zu disqualifizieren und ihnen die Berechtigung abzusprechen, in der Politik entsprechend ihren eigenen Überzeugungen bezüglich des Gemeinwohls zu handeln, würde einem intoleranten Laizismus verfallen. Diese Einstellung leugnet nicht nur jede politische und kulturelle Relevanz der christlichen Religion, sondern auch die Möglichkeit einer natürlichen Ethik. So würde der Weg zu einer moralischen Anarchie eröffnet, der mit keiner Form eines legitimen Pluralismus gleichgesetzt werden könnte. Die Herrschaft des Stärkeren über den Schwachen wäre die offenkundige Folge dieser Einstellung. Die Marginalisierung des Christentums würde darüber hinaus nicht den zukünftigen Entwurf einer Gesellschaft und die Eintracht unter den Völkern fördern, sondern die geistigen und kulturellen Grundlagen der Zivilisation selbst bedrohen.
IV. Erwägungen über Teilaspekte
7. In jüngerer Zeit ist es gelegentlich vorgekommen, dass - auch innerhalb einiger Vereinigungen und Organisationen katholischer Prägung - Positionen zu Gunsten politischer Kräfte und Bewegungen vertreten wurden, die in grundlegenden ethischen Fragen von der Moral- und Soziallehre der Kirche abweichen. Solche Einstellungen und Verhaltensweisen widersprechen grundlegenden Prinzipien des christlichen Gewissens und sind nicht mit der Zugehörigkeit zu Vereinigungen und Organisationen vereinbar, die sich katholisch nennen. In analoger Weise ist zu sagen, dass einige katholische Zeitschriften in gewissen Ländern die Leser bei politischen Wahlen in zweideutiger und unangemessener Weise orientiert, irrige Auffassungen über den. Sinn der Autonomie der Katholiken in der Politik verbreitet und die oben erwähnten Prinzipien nicht in Betracht gezogen haben.
Der Glaube an Jesus Christus, der sich selbst "der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6) genannt hat, verlangt von den Christen, dass sie mit vermehrtem Einsatz den Aufbau einer Kultur vorantreiben, die, ausgerichtet am Evangelium, den Reichtum der Werte und Inhalte der katholischen Tradition neu darlegt. Die Frucht des geistlichen, intellektuellen und moralischen Erbes des Katholizismus in modernen kulturellen Ausdrucksweisen vorzutragen, ist heute notwendig und drängend und darf nicht aufgeschoben werden, auch um die Gefahr einer kulturellen Diaspora der Katholiken zu vermeiden. Wegen der errungenen kulturellen Stärke und der reichen Erfahrung an politischem Engagement, die die Katholiken in verschiedenen Ländern vor allem in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt haben, gibt es keinen Grund für sie, Minderwertigkeitskomplexe gegenüber anderen Auffassungen zu haben, die die jüngste Geschichte als schwach oder als totalen Fehlschlag entlarvt hat. Die Meinung, man könne das soziale Engagement der Katholiken auf bloße Strukturveränderungen beschränken, ist unzureichend und verkürzend. Wenn nämlich an der Basis keine Kultur steht, die fähig ist, die vom Glauben und von der Moral kommenden Ansprüche aufzunehmen, zu rechtfertigen und weiterzutragen, werden Veränderungen immer auf schwachen Fundamenten ruhen.
Der Glaube hat nie beansprucht, die sozialpolitischen Inhalte in ein strenges Schema zu zwängen. Man war sich immer bewusst, dass die Geschichte, in der der Mensch lebt, unvollkommene Situationen und oft rasche Veränderungen mit sich bringt. In dieser Hinsicht müssen jene politischen Positionen und Verhaltensweisen zurückgewiesen werden, die einer utopischen Vision folgen, welche die Tradition des biblischen Glaubens in eine Art Prophetismus ohne Gott verdreht, die religiöse Botschaft instrumentalisiert und das Gewissen auf eine bloß irdische Hoffnung ausrichtet, welche die christliche Spannung auf das ewigen Leben hin aufhebt oder entstellt.
Zugleich lehrt die Kirche, dass es ohne die Wahrheit keine wahre Freiheit gibt. "Wahrheit und Freiheit verbinden sich entweder miteinander oder sie gehen gemeinsam elend zugrunde", hat Johannes Paul Il. geschrieben. In einer Gesellschaft, in der man die Wahrheit nicht verkündet und nicht danach strebt, sie zu erlangen, wird auch jede Form echter Freiheitsausübung beseitigt und der Weg zu einem Libertinismus und Individualismus eröffnet, der dem Wohl der Person und der ganzen Gesellschaft schadet.
8. In diesem Zusammenhang ist es gut, an eine Wahrheit zu erinnern, die in der öffentlichen Meinung heute nicht immer richtig verstanden und formuliert wird: Das Recht auf Gewissensfreiheit und besonders auf Religionsfreiheit, das von der Erklärung Dignitatis humanae des Zweiten Vatikanischen Konzils verkündet wurde, stützt sich auf die ontologische Würde der menschlichen Person, und keineswegs auf eine Gleichheit der Religionen und kulturellen Systeme, die es nicht gibt. In diesem Sinn hat Papst Paul VI. bekräftigt, dass "das Konzil dieses Recht auf Religionsfreiheit in keiner Weise auf die Tatsache gründet, dass alle Religionen und alle Lehren, auch die irrigen, einen mehr oder weniger gleichen Wert hätten; es gründet dieses Recht vielmehr auf die Würde der menschlichen Person, die verlangt, dass man sie nicht äußeren Zwängen unterwirft, die das Gewissen bei der Suche nach der wahren Religion und ihrer Annahme zu unterdrücken drohen". Die Bekräftigung der Gewissens- und Religionsfreiheit widerspricht deshalb nicht der Verurteilung des Indifferentismus und des religiösen Relativismus durch die katholische Lehre, sondern stimmt ganz damit überein.
V. Schluss
9. Die Orientierungen, die in der vorliegenden Note enthalten sind, wollen einen sehr wichtigen Aspekt des christlichen Lebens beleuchten: die Einheit und Kohärenz zwischen Glauben und Leben, zwischen Evangelium und Kultur, an die das Zweite Vatikanische Konzil erinnert hat. Es fordert die Gläubigen auf, "nach treuer Erfüllung ihrer irdischen Pflichten zu streben, und dies im Geist des Evangeliums. Die Wahrheit verfehlen die, die im Bewusstsein, hier keine bleibende Stätte zu haben, sondern die künftige zu suchen, darum meinen, sie könnten ihre irdischen Pflichten vernachlässigen, und so verkennen, dass sie, nach Maßgabe der jedem zuteil gewordenen Berufung, gerade durch den Glauben selbst um so mehr zu deren Erfüllung verpflichtet sind". Die Gläubigen sollen danach verlangen, "ihre ganze irdische Arbeit so leisten zu können, dass sie ihre menschlichen, häuslichen, beruflichen, wissenschaftlichen oder technischen Anstrengungen mit den religiösen Werten zu einer lebendigen Synthese verbinden; wenn diese Werte nämlich die letzte Sinngebung bestimmen, wird alles auf Gottes Ehre hingeordnet".
Papst Johannes Paul II. hat die vorliegende Note, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, in der Audienz vom 21. November 2002 approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet.
Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 24. November 2002, dem Hochfest Christkönig.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz in der Türkei, Erzbischof Luigi Padovese, war am 3. Juni 2010 von seinem Fahrer mit zig Messerstichen ermordet und sein Kopf fast ganz abgetrennt worden. Spätestens seit diese näheren Umstände bekannt geworden waren, konnte niemand mehr daran zweifeln, dass diese Tat KEINEN religiösen Hintergrund hatte. Hier der Bericht von kath.net:
"Ich habe den großen Satan umgebracht! Allah Akbar!" Mit diesem Ruf beendete Murat Altun sein grausames Tun. Der 26-jährige Türke ermordete am 3. Juni 2010 Erzbischof Luigi Padovese, den Vorsitzenden der Türkischen Bischofskonferenz, für den er als Chauffeur arbeitete. Über die Tat wurden jetzt neue erschreckende Details bekannt, von denen AsiaNews berichtet.
Die Ärzte, die den Leichnam Padoveses untersuchten, berichten, dass er am ganzen Körper Stichwunden hatte; die meisten der Stiche - insgesamt acht - gingen direkt ins Herz. Der Kopf des Erzbischofs war nur mehr durch die Nackenhaut mit dem restlichen Körper verbunden.
Erzbischof Padovese konnte sich nach dem Angriff seines Chauffeurs noch nach draußen retten. Er blutete stark und rief um Hilfe, berichten Zeugen. Sie hörten außerdem noch einen Schrei, jenen von Murat Altun, der auf das Dach des Hauses kletterte und rief: "Ich habe den großen Satan umgebracht! Allah Akbar!"
Dieser Ruf und die Enthauptung des Bischofs - all dies erinnert laut "AsiaNews" an einen Ritualmord. Es lasse an Morde denken, die ultranationalistische Gruppen und islamische Fundamentalisten begingen, die offensichtlich die Christen nicht in der Türkei haben wollen, heißt es in dem Bericht. Murat Altun selber sagte der Polizei laut der türkischen Zeitung "Milliyet" am 4. Juni, seine Tat sei das Ergebnis einer "göttlichen Offenbarung".
Die ersten Statements der türkischen Regierung und des Vatikan müssten demnach revidiert werden, kommentiert der Bericht. Darin sei nämlich betont worden, dass der Mord keine politischen oder religiösen Zusammenhänge habe.
Die Türkei, ein Urlaubsparadies ersten Ranges für den gestressten Europäer. Aber neuerdings auch wieder ein Paradies für jene Christen, die sich das Martyrium ersehnen.
Kleines Detail am Rande: Der 26jährige türkische Muslim hatte den Job von seinem Vater übernommen und dem Erzbischof offenbar einige Zeit treue Ergebenheit vorgespielt. Muslimische Takija. Im Islam ausdrücklich erlaubte Lüge und Betrug im Kampf gegen die Ungläubigen.
Das Geburtsdatum des Heiligen liegt um 1179, seine Herkunft ist irisch. Er diente im Heer seines Königs Richard Löwenherz. Später, im Heer Leopold VI, des Herzogs von Österreich, ging er nach Spanien um mit dem christlichen Heer Alfons VIII gegen die mohammedanischen Besatzer zu kämpfen. Serapion blieb in Spanien um forthin in den Diensten des Königs von Kastillien gegen die Mohammedaner und für den katholischen Glauben zu kämpfen. Dort lernte er den hl. Petrus Nolascus und seine Gefährten kennen, die ebenfalls für den Glauben kämpften, jedoch nicht mit dem Schwert. Die Befreiung christlicher Sklaven von den Mauren, notfalls unter Opferung der eigenen Freiheit und des eigenen Lebens, das war der Weg der damals noch jungen Ordensgemeinschaft. Serapion war begeistert von dem Weg der bedingungslosen Liebe und Hingabe der Mercedarier und erbat 1222 den Eintritt in den Orden. Serapion war an zahlreichen erfolgreichen Befreiungsaktionen beteiligt. Schließlich bot er sich selbst als Geisel für eine Gruppe Gefangener an, die in Gefahr waren, in mohammedanischer Gefangenschaft ihren christlichen Glauben zu verlieren. Sein Gefährte, Berenguer de Bañeres, reiste zurück nach Barcelona, um das Lösegeld aufzutreiben. Trotz größter Bemühungen des Ordensoberen Petrus Nolascus konnte das Lösegeld nicht innerhalb des vereinbarten Zeitraumes aufgebracht werden. Somit war Serapion zu einem grausamen Tod durch die Mauren verurteilt. Auf Befehl des Königs von Algier, Selin Benimarin, wurde Serapion auf ein x-förmiges Kreuz, dem Andreaskreuz gleich, genagelt und langsam zerstückelt. Die grausamen Mauren schenkten damit dem Mercedarierorden am 14. November 1240 ihren ersten Martyrer, dem noch viele folgen sollten.
Der Name Serapion ist griech.-hebr. und bedeutet "der Entflammte".
Gastkommentar des Theologen und Katecheten Wolfram Schrems:
In letzter Zeit kursieren verschiedene Hoffnungen, ein sogenannter „Euro-Islam“ könne sich in Europa „integrieren“ und den sogenannten „Fundamentalismus“ neutralisieren. Dazu einige Bemerkungen:
1. Das Konzept eines "Euro-Islam" ist in sich widersinnig. Wer an denIslam glaubt, und demgemäß das Leben und die Lehre Mohammeds als normativbegreift, kann auf Dauer keine Rechtsordnung, die sich an den Menschenrechten, an Gewaltenteilung und Rechtssicherheit orientiert, akzeptieren.
2. Es handelt sich beim "Euro-Islam" daher entweder (1) um eine Kopfgeburteiniger weniger orientalischer Intellektueller ohne Rückhalt in der eigenen Heimat, (2) um eine grundlose Wunschvorstellung im Westen, oder (3) – was am ehesten der Fall sein dürfte – um eine bewußte Täuschung der Europäer durch mohammedanischePropagandaspezialisten. Insofern ist Bassam Tibi, ob er das nun beabsichtigt oder nicht, ein Wegbereiter der Islamisierung Europas.
3. Der Islam ist nicht das, was wir - christlich geprägt - unter "Religion"verstehen. Es gibt dort keine Trennung von Religion und Staat (din wa dawla). In der Geschichte der Kirche war der Papst niemals Kaiser. Der Kalif ist aber zugleich kultischer und politisch-militärischer Führer. Darum kann der Islam in Österreich die Organisierung als kirchenähnliches Gebilde nach dem Staatskirchenrecht nur als vorübergehende Regelung verstehen, bis der Islam auch offiziell herrscht. Auf einer moslemischen Website fand sich demzufolge auch die Empörung, daß der Islam in Österreich sozusagen von Gnaden eines Staates von Ungläubigen quasi als Kirche verfaßt existieren muß und nicht herrschen darf.
4. Kann die Türkei als Vorbild für einen „Euro-Islam“ gelten?Die Türkei geriert sich in Deutschland bereits als Besatzungsmacht. Das ging aus dem Auftritt des „Führers der Türkei“, „Türkiye lideri“ (so die Eigenbezeichnung), Erdogan in Köln klar hervor. Hinter etlichen Moscheeprojekten und ihren Vereinen steckt ein angeblich „säkularer“ türkischer Staat, der die Imame auswählt, ausbildet, bezahlt und entsendet. Diese fungieren naheliegenderweise auch als Spitzel für ihre Landsleute. Die Türkei will Polizei nach Deutschland schicken, um die Brandkatastrophe in Ludwigshafen aufzuklären, weil man der deutschen Polizei zutraut, sie wolle einen rechtsextremen Brandanschlag vertuschen. Die Christenmorde in der Türkei der letzten Jahre, davon ein übel zugerichtetes deutsches Opfer, harren aber immer noch der Aufklärung. Wer steckt dahinter? Der türkische Staat organisiert auch den Bau des türkischen Zentrums in Wien II und betreibt den Bau des Minaretts in Bludenz. Auch hier haben wir es mit der Vorgangsweise einer Besatzungsmacht zu tun. Oder eben mit dem real existierenden „Euro-Islam“.
Wolfram Schrems
Kommentar der Redaktion: Neuestes zum Thema Türkei: Der türkische Ministerpräsident Erdogan spricht sich kürzlich bei einer Rede in Deutschland gegen Integration und Assimilation seiner Landsleute in der Fremde aus und fordert türkische Schulen und Universitäten in Deutschland. Lesen Sie mehr hier im Handelsblatt
kath.net berichtet: Auch wenn die meisten Muslime es nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Koran leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen. Er ist Handwerk des männerbündischen Islam, der mit aller Macht verhindern möchte, daß Frauen gleichberechtigt werden und ihre Jahrhunderte lange Unterjochung ein Ende findet. Lesen Sie den ganzen Artikel auf http://kath.net/detail.php?id=18661
Was heißt das für den seit dem "nachkonziliaren Aufbruch" so oft beschworenen "interreligiösen Dialog"? Was heißt das für die Interpretation des Konzilsdokumentes "Nostra Aetate", wo es heißt:
3. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten. Lesen Sie den ganzen Text unter: http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_decl_19651028_nostra-aetate_ge.html
Was für eine Bereicherung stellt es dar, dass wir in Europa massenweise Menschen muslimischen Glaubens aufnehmen? Der Islam ist besitzergreifend und brutal und rücksichtslos. Er will erobern. Da wo er einmal ist, geht er freiwillig nicht mehr weg. Türken in Deutschland verkaufen ihre Immobilien ausschließlich an Türken. Und ständig wird Neues erworben. ..... Wir Mitteleuropäer WOLLEN UNBEDINGT AUSSTERBEN!!! Ansonsten kann ich mir unsere Politik (Abtreibung, Zerstörung der Familien, massenweise Zuwanderung aus anderen Kulturen) nicht erklären.
Das englische Fernsehprogramm "Dispatches" strahlte am Montag, 17. September 2007, einen Film aus über die erschreckende Lage von ehemaligen Muslimen, die sich zum Christentum bekehrt haben, mitten in England. Kann man hoffen, daß es sich in Österreich und Deutschland anders verhält? Wohl kaum. Merkwürdigerweise verhalten sich unsere Liberalen, die sonst immer gleich Einschränkungen ihrer Freiheit von der katholischen Kirche zu fürchten vorgeben, in diesem Punkt wie stumme Hunde.
Wie kath.net berichtet, hat der deutsche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 2. Mai zum zweiten Plenartreffen der Deutschen Islamkonferenz nach Berlin eingeladen. 15 muslimische Vertreter unterschiedlicher Couleur sowie 15 Vertreter deutscher Behörden traten zusammen, um über die rechtliche Stellung der muslimischen Minderheit zu beraten.
Aus dem Kommentar von Prof. Dr. Christine Schirrmacher (Bonn, Islamwissenschaftlerin und wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Islamfragen) möchte ich folgenden letzten Absatz mit Forderungen an die islamische "Gemeinschaft" zitieren:
Die Bundesregierung ist Initiator und Gastgeber der Konferenz, sie hat die Minderheiten zum Gespräch eingeladen, nicht umgekehrt. Man sollte daher nicht warten, bis redegewandte Vertreter muslimischer Organisationen neue Forderungskataloge erheben oder Sinn und Ziel der Konferenz definieren, sondern eigene Erwartungen klar vermitteln:
• Eine Verurteilung der Befürwortung von Gewalt und Terror durch muslimische Prediger und Meinungsführer, nicht nur eine allgemeine Absage an Terror und Gewalt
• Eine eigene Begründung der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, der Freiheitsrechte für Frauen und nicht nur die Anerkennung ihrer „gleichen Würde“
• Eine begründendes Eintreten für Grundgesetz und Demokratie anstatt Abgrenzung und Verurteilung der deutschen Gesellschaft als „Ungläubige“
• Ein Entgegenwirken der Verfolgung von Konvertiten
Der Islam stellt Europa immer nachdrücklicher die Frage nach seiner Identität und Werteordnung – was antworten wir? (Zitat Ende)
Für uns Christen, die wir ja auch zum Apostolat berufen sind, ist vor allem der letzte Punkt, die Verfolgung von Konvertiten, besonders von Bedeutung.
Moslems, die sich zum christlichen Glauben bekehren, haben mit Ausgrenzung und Verfolgung, in Staaten, wo der Islam Staatsreligion ist, sogar mit der Todesstrafe zu rechnen. Christliche Missionare sind in letztgenannten Staaten auch des Todes schuldig. Aber auch in bloß moslemisch geprägten Staaten wie der Türkei, wo an sich ein laizistisches System herrscht, sind Christen und vor allem auch solche Christen, die in Verdacht geraten, den Glauben zu verbreiten, ihres Lebens nicht sicher. Die kürzliche private Hinrichtung dreier Angestellter eines christlichen Verlages im anatolischen Malatya ist uns noch in lebendiger Erinnerung.
Wenn wir im christlich-aufklärerisch (und zwar in genau der Kombination, und nicht unter Ausklammerung des Ersteren!) geprägten Abendland nicht bald beginnen, unsere Wurzeln klar und selbstbewusst zu vertreten und danach zu leben, und auch von Neubürgern in unseren Ländern eine Anpassung an unseren Wertekodex verlangen, wird das Schiff Europa, wie wir es jetzt kennen, untergehen. Für uns Katholiken ist dies nur eine Erneuerung des Auftrages, den uns der Herr Jesus Christus höchstpersönlich wörtlich erteilt hat:
Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Mt 28, 16-20) J.K.
Ich habe heute kurzfristig von einem Thementag erfahren der morgen stattfinden wird. Das Thema "Was Christen über den Islam wissen sollten" ist brandaktuell und im Speziellen für die Mercedarier von großem Interesse.
Thementag mit P. Joseph Herget zum Thema "Was Christen über den Islam wissen sollten"
Samstag, 21. April 2007, Beginn: 0900 Uhr. Ende mit der Abendmesse um 18.30 Uhr.
Im Heiligen Land wandelte und wirkte unser Heiland Jesus Christus. Seit damals leben dort bis heute Christen, bezeugen Tod und Auferstehung ihres Herrn und führen mitunter auch ein Leben der Kreuzesnachfolge.
Fadi Hindo ist ein palästinensischer Katholik mittleren Alters. Er ist in Jerusalem geboren, aufgewachsen und lebt heute noch hier. Viele seiner christlichen Glaubensbrüder haben es vorgezogen, die Heimat zu verlassen. So haben etwa vor ein paar Wochen der 23jährige Emaunuel Tanous und seine um zwei Jahre jüngere Verlobte Rana Gedeon Bethlehem in Richtung San Franzisko verlassen. Kurz vor der Abreise haben die zwei katholischen Palästinenser noch in der Katharinenkirche den Bund der Ehe geschlossen. In der benachbarten Geburtskirche fand vor ein paar Monaten noch ein Begräbnisgottesdienst für einen Muslim und einen griechisch-orthodoxen Christen statt. Beide jungen Männer waren von israelischen Sicherheitskräften in einer nächtlichen Razzia getötet worden.
Verlassenheit „Wir sind einsam“, stellt Fadi nüchtern fest. Tatsächlich stellen die arabischen Christen im Heiligen Land eine Minderheit von ca. zwei Prozent innerhalb des Staates Israel, drei Prozent im Westjordanland und ein paar tapferen Seelen im Gazastreifen dar. Vor der Entstehung und den Eroberungszügen des Islam im 7. Jahrhundert bildeten sie einst die Bevölkerungsmehrheit. Abgesehen von ihrem Minderheitenstatus befinden sich die ca. 120.000 arabischen Christen seit Jahrzehnten in einer Art Identitätskrise. Von den meisten Arabern werden sie nicht richtig anerkannt, weil sie Christen sind. Für die Israelis sind sie einfach nur Araber. Und ganz Palästinenser können sie auch nicht sein, da es einen Staat Palästina nicht gibt.
Ein Mosaik Seit dem ersten Pfingsten leben Christen im Heiligen Land und den angrenzenden „biblischen Ländern“. In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt kam es aufgrund von theologischen Differenzen zu ersten Spaltungen. Durch die Kreuzzüge fanden einige Teilkirchen zur Katholischen Kirche zurück, dies brachte jedoch eine weitere Fragmentierung mit sich. Später bildeten sich durch Missionstätigkeit im Nahen Osten mit Rom unierte orthodoxe Kirchen und evangelische Kirchengemeinschaften. Die Mehrheit der christlichen Palästinenser gehört vier Konfessionen an: Etwa die Hälfte sind Griechisch-orthodox. Die andere Hälfte setzt sich aus katholischen, griechisch-katholischen und protestantischen Christen zusammen.
Ein Volk „Wir Teilen ein gemeinsames Schicksal mit den Muslimen“, erklärt Fadi in seiner freundlichen Art, ohne das Wachsen eines islamischen Fanatismus zu verkennen. Doch kennt der selbständige Steuerberater auch Selbstkritik: „Wir sind ignorant unseren eigenen alltäglichen Bedürfnissen gegenüber“ und stellt fest, daß die meisten Araber sich weigern Hebräisch zu lernen. Trotzallem stellt Fadi angesichts einer blutigen Vergangenheit und sich vollziehender Trennung von Juden und Arabern durch eine „Sicherheitsmauer“ fest: „Der Zorn in den Menschen ist tief und es wird schlimmer". „Gerechtigkeit und Frieden sind derzeit noch weit entfernt“, stellten 13 Patriachen, Bischöfe und Ordensleute unlängst in einer gemeinsamen Erklärung fest. Die „gelebte Realität“ ist nach wie vor geprägt von Arbeitslosigkeit, Armut, Blutvergießen, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Das Abendland Einst versammelte die Mutter Kirche das ganze Abendland hinter sich. Das Schicksal der Heiligen Stätten und der im Heiligen Land lebenden Christen war ihr stets ein Anliegen, was nicht die zuletzt die Kreuzritter bezeugten. Heute fehlt es einer modernisierten Kirche an Kompetenz, Kraft und Orientierung überhaupt eine inhaltliche Position einzunehmen, geschweige diese auch politisch umsetzen zu wollen. Dadurch haben auch europäische Regierungen keinen wirklichen moralischen Rückhalt und bleiben Erfüllungsgehilfen der Vereinigten Staaten und anderer Gruppierungen. Ein europäischer Beitrag zur Befriedung der Region bleibt somit bis auf weiteres eine Illusion. Trotzdem muss festgestellt werden, daß das Ansehen und die Autorität des Heiligen Vaters weltweit ungebrochen und unbeschadet geblieben ist. Keine Führungspersönlichkeit hätte eine größere Überzeugungskraft.
Gerechtigkeit Für das Christentum ist das Gelobte Land, das Land der Bibel, in dem das Gottesvolk Israel lebte. Es ist das Land Jesu und der Aposteln mit Jerusalem als Stadt Gottes und Ursprungsort der Kirche, von wo aus sich die Botschaft des Evangeliums über die ganze Erde verbreitete hat. Umso mehr verdient das Heilige Land und die Ursprungskirchen die Aufmerksamkeit und solidarische Unterstützung ihrer Glaubensbrüder weltweit. Alle Christen können und sollen beten und sich dafür einsetzen, daß das Heilige Land ein solches wieder werden kann. Dies sollte im Glauben an einen Schöpfergott geschehen, der alle Völker geschaffen und ihnen ihre Rechte gegeben hat. Dies muss jeder Mensch anerkennen und sich nicht falschen Ideologien oder Götzen hingeben. Dies kann jedoch nur in der tiefen Vergewisserung geschehen, daß es nur einen wahren Friedenfürst gibt, nämlich Jesus Christus.
Auzug aus einem Hirtenbrief der Katholischen Patriachen des Orients:
"Unsere Kirchen stellen mit ihren Gläubigen keine isolierten Inseln oder einen Fremdkörper das, die am Rande der Bewegung der Geschichte lebten. Sie sind lebendige Kirchen, die im Strudel der Weltereignisse und regionalen Ereignisse beteiligt sind. Sie sind davon betroffen, aber sie haben auch die Fähigkeit, selbst zu handeln. Unsere christlichen Kirchen sind der Sauerteig, der seinen natürlichen Platz im menschlichen Teig findet (Mt. 13,33). Sie stehen in ständiger Interaktoin mit dem Herrn, mit sich selbst und mit ihrem Umfeld. Sie stehen in Interaktion mit sich selbst, um ihren Aufforderungen, ihren Leiden und ihren Bedürfnissen zuzuhören. Inmitten von all diesem erlangen unsere Kirchen ihr eigenes Gesicht wieder, die Einzigartigkeit ihres Beitrages und ihre Authentizität, die durch das hohe Alter und eine unaufhörliche Erneuerung charakterisert ist. An diesem entscheidenden Wendepukt, den wir durchschreiten und der mit Ereignissen, Veränderungen und Herausforderungen für die weltweite, regionale und lokale Ordnung belanden ist, halten unsere Kirchen inne, um zu reflktieren und nachzudenken über die Erneuerung ihrer Treue zu Gott und den Menschen."
Wer sich für die Poltik in Nahen Osten mit seinen weltweiten Implikationen interessiert, dem seien folgende objektiv-kritische Publikationen empfohlen:
Richard Melisch: Pulverfaß Nahost, Im Rückblick und Ausblick; Hohenrain, Tübingen. Marcel Pott: Der Nahost-Konflikt, Schuld und Sühne im gelobten Land, Kiepenhauer und Witsch, Köln.
Die christlich-armenische Kirche hat die Regierung in Istanbul um die Erlaubnis gebeten, auf der Heilig-Kreuz-Kirche ein Kreuz errichten zu dürfen. Zugleich bat der christlich-armenische Religionsführer Patriarch Mesrob II. darum, in der neu renovierten Kirche einmal im Jahr einen Gottesdienst feiern zu dürfen. Türkische Medien zitierten am Donnerstag aus seinem Schreiben an das Kulturministerium. Das Gotteshaus im südosttürkischen Van war nach jahrelangem Verfall renoviert und Ende März ohne Kreuz als Museum wiedereröffnet worden. Mesrob verwies nun darauf, dass alle historischen Fotografien zeigten, dass auf die Kuppel der 1.000 Jahre alten Kirche auf der Insel Aghtamar ein Kreuz gehöre. (kna) Quelle: Newsletter von Radio Vatikan – 05.04.2007
In Medina there is yet another tomb of Jesus. In the masjid un-nabi, the great mosque where Muhammad himself is buried, there is a tomb for Jesus next to those of the Prophet of Islam and his two successors, Abu Bakr and Umar. It is believed he will be buried here when he dies forty years after his return to earth.
aus: "Nuzul-I-Isa -- The Second Coming of Jesus", dem Kapitel 15 von John Gilchrist, Sharing the Gospel with Muslims. A Handbook for Bible-based Muslim Evangelism, Claremont/Cape Town 2003, im Internet zu finden unter: http://www.answering-islam.org/Gilchrist/Sharing/15return.html
Wie kath.net berichtet, nahmen an der Trauerfeier für den türkisch-armenischen christlichen Journalisten Hrant Dink in Istambul an die 100.000 Menschen teil. Dink war am 19. Jänner vor dem Verlagshaus der Wochenzeitung "Agos", deren Chefredakteur er war, erschossen worden. Der christliche Journalist hatte immer wieder zur Versöhnung zwischen den Armeniern und Türken aufgerufen und war daher nicht nur bei den Armeniern, sondern auch bei den türkischen Moslems ein geachteter Mann, - seinem Mörder und dessen Hintermännern war jedoch ein Dorn im Auge, dass Dink immer wieder den Völkermord an den Armeniern durch die Türken thematisiert hatte. Sein Mörder, ein junger arbeitsloser Türke, sah in ihm einen Verräter der Türkei.
Bei der Trauerfeier wurden zahlreiche Bibelstellen, v. a. aus dem Neuen Testament verlesen und es wurde betont, dass das Christentum die Religion der Versöhnung sei. Türkische Medien berichteten teilweise unverkürzt. Alleine das wird als kleine Sensation gewertet. Das Glaubenszeugnis von Dinks Gattin, Verwandten und Freunden ist umso stärker 'angekommen', weil jeglicher Aufruf zur Rache oder Vergeltung ausblieb.
O Herr, gib Hrant Dink die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm, lass ihn ruhen in Frieden. Lass seinen Tod Anlass zu vielen Bekehrungen sein.
Zu der gegenwärtig rasch fortschreitenden Forschung auf dem Gebiet des frühen Islams, der Entstehung des Korans usw. sei auf einen populärwissenschaftlichen Beitrag von ANNE-CATHERINE SIMON hingewiesen, der in der Wiener Zeitung 'Die Presse' vom 19.12.2006 unter dem Titel "Mohammed, der einst Jesus war" erschienen und hier im Internet zu finden ist: http://www.diepresse.com/textversion_article.aspx?id=606249
In dieser Rubrik wird Dr. Christoph Heger, Islamkenner und Mitbruder aus der Kölner Mercedarierkommende St. Albertus Magnus, verschiedene Aspekte der Koran- und Frühislamforschung beleuchten. Die wissenschaftliche Betrachtung und Forschung bringt oft - auch über längst als absolute Wahrheit geglaubte Dinge - erstaunliche neue Ansätze zum Vorschein, über die es sich allemal lohnt zu diskutieren.
Seit dem Zeitalter der Aufklärung hat das christliche Abendland eine atemberaubende Entwicklung seines Denkens und seiner wissenschaftlichen Forschungsansätze durchgemacht. Diese Entwicklung hat "im Orient" oder sagen wir "in der islamischen Welt", vor allem im geisteswissenschaftlichen Bereich, nicht stattgefunden. Noch heute erleben wir, wie eine wissenschaftlich-kritische Betrachtung des Islam und seiner Geschichte nach westlich-aufgeklärten Maßstäben von islamischer Seite kategorisch abgelehnt wird. Da aber der Islam in seinen verschiedenen Ausformungen sich uns bei näherem Hinsehen sehr heterogen präsentiert, soll hier der Laie schweigen und der Experte zu Wort kommen.
Wie die Presse in ihrer Samstagsausgabe berichtet, habe man sich seitens der Türkei dagegen verwehrt, dass Papst Benedikt XVI. den Patriarchen von "Konstantinopel" besuchen wolle. Nach türkischer Lesart und Rechtslage gibt es nämlich kein Konstantinopel und würde dieser historische Name höchstens Befremden oder gar Provokation auslösen. Folgerichtig könne es nur "Patriarch von Istambul" heißen. Aber selbst das wird in Frage gestellt, denn von türkischer Seite wird das Ehrenoberhaupt von 300 Mio. orthodoxen Christen maximal als istambuler Pfarrer von 2500 griechisch-orthodoxen Christen in der Türkei anerkannt. Der Bartholomaios I. darf in der laizistischen moslemisch geprägten Türkei nicht einmal seinen religiösen Titel führen. Der Patriarch hätte schon gar nicht das Recht, den Papst einzuladen, so die türkische Führung auf ein dementsprechendes Ansinnen Bartolomaios' im Herbst vergangenen Jahres. Joseph Ratzinger hatte sich schon als Kardinal klar und offen gegen einen Beitritt der Türkei zur EU ausgesprochen. Der Termin des Besuches ist symbolträchtig: Ende November wird das Gründungsfest Konstantinopels gefeiert. Im Jahre 36 hat der Apostel Andreas dort die erste christliche Gemeinde ins Leben gerufen. Premier Erdogan wird nun doch (gnadenhalber) trotz NATO-Gipfeltreffen in Lettland, einen Termin mit dem Hl. Vater, voraussichtlich am Flughafen, einschieben. Der Chef der türkischen Religionsbehörde, Großmufti Ali Bardakoglu kritisiert die Regensburger Rede des Hl. Vaters bis heute als: "stark von Vorurteilen behafteten Angriff auf die drei Grundpfeiler des Islam: den Glauben, den Koran und den Propheten Mohammed." Es ist auch in der Türkei niemandem entgangen, dass Benedikt XVI. sich bloß für die Missverständnisse, die seine Rede ausgelöst hat, nicht aber für deren Inhalt, entschuldigt hat. Trotzdem hat Bardakoglu - in einem Akt der Vernunft - einen offenen Brief unterzeichnet, in dem 38 islamische 'Theologen' den Konflikt wegen der Rede für beendet erklären.
Beten wir für den Hl. Vater, dass der Heilige Geist in auf seiner Reise leite, führe und trage.
Der Bräumüller Verlag bewirbt ein neues Buch mit dem Titel "Der Westen und die westliche Welt", mit folgendem Text:
'Wo liegen die historischen Wurzeln alter Feindbilder, Stereotype und Vorurteile? Welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, religiösen Faktoren tragen zu ihrer Wiederbelebung bei? Liegt eine Ursache für die religiöse Radikalisierung der islamischen Welt im Empfinden ungerechter politischer und sozialer Entwicklungen, und spielt das Gefühl, vom Westen kulturell, wirtschaftlich und politisch hegemonisiert zu werden, eine Rolle? Wo treffen sich islamische und westliche Werte? Besteht eine ausreichende Koalition der Gutwilligen auf beiden Seiten? Und gibt es genügend Plattformen für den Meinungsaustausch auf gleicher Ebene? AutorInnen wie Katajun Amirpur, Rudolph Chimelli, Bert Fragner, Peter Heine, Omar Al Rawi, Thomas Schwarz, Udo Steinbach und Sibylle Wentker finden detaillierte Antworten.'
"Der Westen und die westliche Welt", Sir Peter Ustinov Institut (Hg.) ISBN 3-7003-1583-X 978-3-7003-1583-4
Der Diskurs zu dem Thema pendelt hin und her zwischen einerseits aufgeheizter Panikmache, genährt von latentem Rassissmus, wegen eines globalen islamistischen Terrors, und andererseits einer intellektualisierten abgehobenen und weltfremden Debatte darüber, dass alles nicht so schlimm sei und sich am Ende das Gute schon durchsetzen würde.
Gerade wir Katholiken sind aufgefordert, ja wir haben die Pflicht, uns um eine Beurteilung der Situation aus der Sicht der christlichen Nächstenliebe, aber auch unseres Grundauftrages, der Mission (Mt 28,18-20), zu bemühen.
'Da trat Jesus vor sie und sprach zu ihnen: "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Geht darum hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe. Seht, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt." ' (Mt 28,18-20)
Dieser Grundauftrag, den uns Jesus Christus direkt und wörtlich erteilt hat, trifft beim Islam auf eine Religion, die jegliche Mission einerseits, sowie den Übertritt eines Moslems zu einer anderen Religion andererseits, mit der Todesstrafe bedroht.
Gleichermaßen müssen wir trachten, uns nicht in Geiselhaft von der US-Politik im Nahen Osten und in Afghanistan nehmen zu lassen. Wenn in der islamischen Welt angesichts der US-Feldzüge der Vergleich mit den mittelalterlichen Kreuzzügen aufkommt, so muss uns dies mit großer Besorgnis erfüllen. Trotz der vielen Grausamkeiten, die auch durch christliche Heere im Mittelalter begangen wurden und die in der Gesetzmäßigkeit jeder kriegerischen Auseinandersetzung immanent sind, schändet dieser Vergleich das Andenken an die tausenden Blutzeugen, die für den Schutz der christlichen Heiligtümer und der Pilger ihr Leben gelassen haben.
Jedenfalls sei daran erinnert, dass noch der hl. Vater, Papst Johannes Paul II. die jüngsten Feldzüge der USA und ihrer Verbündeten scharf verurteilt hat.
Ob die oben genannte neue Publikation es schafft, einen guten kritischen Mittelweg zu gehen und ohne Angst vor Tabubrüchen zum Kern der Problematik vorzustossen, bleibt zu hoffen. Jedenfalls scheint sie, auch angesichts der starken Werbung, einen großen Leserkreis gewinnen zu können. Wenn jemand dieses Buch vielleicht schon gelesen hat oder auf einem anderen Wege mehr darüber erfahren hat, ersuche ich hier um Rückmeldung.
Nein, das ist er entgegen allgemeiner Behauptung nicht! Zumindest nicht nach dem Credo der bei weitem überwiegenden Zahl der Muslime, für das Autoritäten stehen wie Ahmad ibn Hanbal (+ 855), das Haupt einer der vier kanonischen Rechtsschulen, und Abu l-Hasan al-Asch‘arî (+ 935), der Theologe mit der wohl größten Nachwirkung im sunnitischen Islam. Nach diesem Credo ist der Koran nicht nur ewig, sondern vor allem unerschaffen (arabisch: ghayr mahlûq). Was genau unter dem Namen "Koran" unerschaffen sein soll, etwa jene "wohlverwahrten Tafeln" des Korans im Himmel (arabisch: lauH maHfûZ, Koran 85,22) oder – wie Ibn Hanbal einschärfte – sogar die arabischen Laute des irdischen Vortrags, ist hierbei gleichgültig. Jedenfalls bekennt dieses Credo ein unerschaffenes (im philosophischen Fachbegriff: nicht kontingentes) Wesen, das nicht Allah ist, mithin ein zweiter Gott.
Diesen Vorwurf hatte die Philosophen- und Theologenschule der Mu‘taziliten im 9. Jahrhundert ihren Gegnern auch tatsächlich und zu Recht gemacht. Nach kurzer Zeit der Verfolgung durch die Inquisition (arabisch: miHna) des Kalifen Al-Ma’mûn (+ 833) errangen aber letztere unter Führung von Al-Asch‘arî einen vollständigen Sieg über die nunmehr als Häretiker verurteilten Mu‘taziliten. Sie machten geltend, der Koran sei nicht erschaffen (arabisch: mahlûq), weil er Wort Allahs und damit wie jedes Attribut Allahs zugleich mit ihm unerschaffen und ewig sei.
Natürlich kann aus vielen Gründen der Koran nicht, so wie etwa die Gerechtigkeit, als Attribut Gottes gedacht werden. Man versuche nur einmal, einen Satz wie "Gott ist gerecht" mit einem Attribut "Koran" oder "koranisch" nachzubilden!
Vor allem aber führt diese Art theologischer Begründung zwangsläufig auf einen dritten Gott: Jesus ist dem Koran zufolge "das Wort Allahs" (Koran 4,171: "der Bote Gottes und sein Wort", arabisch: rasûlu llâhi wa kalimatuhu, also nicht etwa nur "ein Wort Allahs"). Nach der Logik der Asch‘ariten muß er damit unerschaffen, mithin ein (dritter) Gott sein, wenngleich diese das ausdrücklich abstreiten.
Wer einmal Einblick genommen hat in die islamische Polemik gegen das Christentum, kennt deren Masche, die Darlegung der Heiligsten Dreifaltigkeit als eines Gottes für Wortgeklingel abzutun. Es besteht keine Notwendigkeit, sich in dieser Weise vorführen zu lassen: Das asch‘aritische Credo der weit überwiegenden Zahl der Muslime jedenfalls kennt zwar keine Dreifaltigkeit, dafür aber zweifellos drei Götter – auch wenn es Koran und Jesus Christus nicht wortwörtlich so nennt.
Unsere Liebe Frau vom Loskauf der Gefangenen. Festtag: 24. September
St. Petrus Nolascus
Gründer des Mercedarierordens und Befreier vieler Christensklaven
Seliger Markus von Aviano
Die Wiener Kommende der Real Compagnia die Santa Maria della Mercede hat sich den Sel. Marco d'Aviano zum Patron gewählt, weil durch seine geistliche Führung im Abwehrkampf gegen die letzte Türkenbelagerung Wiens im Jahre 1683 die christlichen Heere und die Stadtbesatzung Wiens in der Lage waren, diese große Gefahr für unser Land, unsere Kultur und unseren christlichen Glauben von der Heimat abzuwenden. Auch heute wird nur eine Umkehr und eine Rückbesinnung auf das Christentum den Fortbestand und das Überleben der gemeinsamen Identität und Kultur Europas nicht zuletzt auch als Wertegemeinschaft gewährleisten können.
Statue des Seligen Markus von Aviano
in einer Nische neben dem Eingang der Wiener Kapuzinerkirche, wo der Patron der Wiener Mercedarierkommende auch unter einem Seitenaltar begraben liegt.