Samstag, 25. Oktober 2008

Wer hat Angst vor Pius XII.?




Am 13. Februar 1945 ließ sich Israel Zolli, der Oberrabiner von Rom, taufen und nahm aus Dankbarkeit für den großen Einsatz des Heiligen Vaters Pius XII für die Verfolgten und Bedrängten insbesondere die Juden Roms und Italiens den Taufnamen des Papstes, Eugenio, an. Die römische Synagoge rief ein mehrtägiges Bussfasten aus, betrauerte ihren Oberrabbiner wie einen Verstorbenen und stieß ihn als Verräter aus der Gemeinde aus. Nicht nur für die Juden Roms war er von da an ein toter Mann. Israel Eugenio Zolli jedoch war bis zu seinem Tod durch Vorträge und Bücher bemüht, das Verhältnis zwischen Kirche und Synagoge zu verbessern und gründete eine Gesellschaft für christlich gewordene Juden. Quelle: http://www.haefely.info/lebensfreude_rabbi-zolli.htm
Über den großen Papst sagte Zolli, der wie wohl kein anderer genau beurteilen konnte, was Pius XII. während des Krieges geleistet hat:
"Kein Held der Geschichte hat ein tapfereres und stärker bekämpftes Heer als Pius XII. im Namen der Nächstenliebe ... Doch wer wird jemals erzählen, was er alles getan hat?"
Wie sehr sollte der bekehrte Jude Eugenio Zolli mit diesen Worten doch Recht behalten. Anscheinend war er ein guter Menschenkenner und ahnte bereits, was in bösen Hirnen möglich sein würde.
Der Hass, der Pius XII seitens der üblichen Kirchenfeinde entgegenschlägt, ist nicht verwunderlich. Dass aber auch viele Juden an jenem großen Papst, der sich so sehr für ihr Volk eingesetzt hat, nach seinem Tode kein gutes Haar lassen, ist für mich völlig unerklärbar. In der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hängt ein Bild des Heiligen Vaters neben Bildern der Auschwitz-Verbrechen und in der Erklärung zu dem Bild wird mehr oder weniger offen behauptet, der Papst hätte die Judenverfolgung unter Hitler geduldet. Jüdische Organisationen sprechen sich öffentlich gegen eine Seligsprechung aus. Der Heilige Vater lässt über einen Sprecher ausrichten, dass er sich weder von Protesten gegen noch von allzu großem Drängen für eine Seligsprechung, in seiner Entscheidung beeinflussen lassen werde. Gebe es Gott.
In den letzten Wochen geht mir immer öfter ein kerniger Satz von Bischof Kurt Krenn durch den Kopf: DIE LÜGNER SOLLEN DAS MAUL HALTEN!
... Gebe es Gott.
Tote können sich nicht verteidigen, aber wir Katholiken auf Erden können für die Wahrheit einstehen, und den Lügnern entgegentreten. Gebe uns Gott den Mut dazu. Der Gegenwind für bekennende Christen ist rauh und beißend kalt, und er hat sich seit 2000 Jahren nicht verändert.
Anne Catherine Simon stellt in ihrem Artikel "Tote können sich nicht verteidigen" in der "Presse" die Frage, warum sich niemand öffentlich gegen die Verunglimpfungen stellt. Sie beklagt das völlige Fehlen einer öffentlichen Diskussion, die wohl, angesichts der historischen Fakten, nur zu einer völligen Rehabilitierung Pius XII. führen muss. Wer weiß, wer vor einer solchen Rehabilitierung vielleicht Angst hat?
--JüKo--

Kommentare:

Engelbert Recktenwald hat gesagt…

Über Zolli gibt es auch einen schönen Artikel von Paul Badde. Man findet ihn hier:
http://www.die-weisse-rose.net/rabbizolli.htm

Hospitalier hat gesagt…

Das ist ein gute Sammlung auf deiner Seite, die wohl noch um einige wunderbare Menschen erweiterbar wäre. Übrigens "weisse Rose": Kennst du http://www.die-weisse-rose.at/ ? Konservativ, katholisch, monarchistisch. Wurde von österreischischen Journalisten einmal als "Österreichs reaktionärste Zeitschrift" betitelt. Die Weisse Rose ist obendrein noch eine politische Partei, tritt aber meines Wissens derzeit bei keinen Wahlen an.