Freitag, 31. Dezember 2010

Entwarnung für Altöttinger Basilika

Gott segne den Denkmalschutz!

Bezüglich des Gerüchtes über die Umgestaltung des Altarraumes der Altöttinger Basilika, von dem wir gestern berichteten, kann großteils Entwarnung gegeben werden. Unsere telefonische Nachfrage bei informierten Kreisen in Altötting hat ergeben, dass die wesentlichen Teile der Basilika denkmalgeschützt sind und nicht verändert werden dürfen. Das betrifft vor allem den Altarraum inklusive Kommunionbank. Bei den Renovierungen soll es sich im Wesentlichen um Erneuerungen der Elektroinstallationen und Säuberungen des Stucks handeln. Bei einer eventuellen Erneuerung des bestehenden Volksaltars ist lediglich an einen der gleichen Größe gedacht (obwohl vermutlich in letzterem Fall mit einer fixen Installierung anstatt der derzeitigen entfernbaren Holzvariante zu rechnen sein wird).

Es gibt Situationen, in denen man sich freut, geirrt zu haben. Lieber einmal zu früh "Alarm" gerufen, als vor vollendeten und irreversiblen Tatsachen zu stehen, die man durch ein bisschen Zivilcourage zur rechten Zeit vielleicht hätte verhindern können. (Auch wenn es leider oft nur bei einem ungehörten Protest bleibt.)

Trotzdem gilt es wachsam zu bleiben, denn erfahrungsgemäß kennt der Erfindungsreichtum der Erneuer und Modernisierer grundsätzlich keine Grenzen.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Umgestaltung der St. Anna-Basilika in Altötting?

Ein Freund, der gestern eine Wallfahrt nach Altötting unternahm, rief mich heute an um mir zu berichten, dass Informationsanschlägen in der Altöttinger Basilika zu entnehmen sei, dass der Altarraum bis 2014 gemäß den neuen liturgischen Erfordernissen umgebaut werden solle. Im Text der Verlautbarung werde ein Theologe zitiert, der anfangs des 20. Jahrhunderts die Basilika als "großartige Manifestation des Antimodernismus" pries - ein Attribut, das vielen heute ein Dorn im Auge zu sein scheint und das nun wohl auch der Grund für den Umbau sein wird.

Die 8000 Menschen fassende Basilika wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, um den nach dem Anschluss Altöttings an das Eisenbahnnetz stark angestiegenen Pilgerströmen gerecht zu werden. Im neobarocken Stil gehalten, fast den Geist der Gegenreformation in die Jetztzeit hereinragen lassend, ist das großartige Gotteshaus zum Zielpunkt der größten Wallfahrt traditionstreuer Katholiken im deutschen Sprachraum geworden. Seit einigen Jahren findet sie ihren regelmäßigen Höhepunkt in einem feierlichen Pontifikalamt am Samstag nach Fronleichnam. Auch die deutsche Statthalterei des Ritterzweiges des Mercedarierordens verknüpft ihre Jahreswallfahrt nach Altötting mit diesem Großereignis der katholischen Tradition weshalb uns der Erhalt des ursprünglichen liturgischen Charakters der Basilika ein Anliegen ist.

Diese alljährliche Wallfahrt betont die Pflege der überlieferten Liturgie nach dem Missale des sel. Papstes Johannes XXIII. von 1962. Der heilige Papst Pius X., der das Gotteshaus im Jahre 1913, ein Jahr nach seiner Einweihung, zur päpstlichen Basilica minor erhoben hatte, sah im Modernismus die größte Gefahr für die Kirche. Dieser heilige Papst ist auch auf dem Hochaltarbild zu sehen.

Insofern schließt sich der Kreis zum Anfangs erwähnten Zitat. Es ist zu befürchten, dass mit der Umgestaltung des Altarraumes die Zelebration der heiligen Messe in der überlieferten außerordentlichen Form unmöglich gemacht werden soll. Mit der Zerstörung dieser "Manifestation gegen den Modernismus" fände der Kampf des Modernismus gegen die Tradition der Kirche einen weiteren traurigen Höhepunkt. Diese Befürchtung liegt nahe, wenn man die Haltung vieler Bischöfe zum Motu proprio "Summorum pontificum" bedenkt. In dem Motu proprio stellt der Heilige Vater ausdrücklich die überlieferte außerordentliche Form der neueren Form als gleichwertig gegenüber und fordert eine gegenseitige Befruchtung beider Formen des selben Römischen Rituses. Viele kirchliche Verantwortungsträger ignorieren diese päpstliche Anordnung und kommen den traditionstreuen Katholiken in keiner Form entgegen. Oft wird sogar versucht die alte Messe zu be- oder zu verhindern wo es nur geht.

Der wunderschöne Gnadenort Altötting, wie auch die altehrwürdige Diözese Passau, schmücken sich gerne und zurecht damit, die Jugendheimat des Heiligen Vaters Benedikt XVI. zu sein. Ein Umbau der Basilika, der das Zelebrieren nach der älteren außerordentlichen Form verunmöglicht, wäre jedoch ein Konterkarieren der Bestrebungen dieses Papstes, der sich so um das Hereinholen der reichen katholischen Tradition in die Neue Zeit und damit um eine tatsächliche und tief verstandene Umsetzung der Beschlüsse des zweiten Vatikanischen Konzils bemüht - abseits eines oberflächlichen Geplapperes von einem sogenannten fortschrittlichen "Geist des Konzils". Es gibt keine "Konzilskirche", es gibt nur die eine heilige katholische und apostolische Kirche.

Unabhängig von diesen grundsätzlichen Überlegungen gilt es jetzt mit den Verantwortlichen in Kontakt zu treten und Näheres über den Umbau zu erfragen und gegebenenfalls alles nur Mögliche zu unternehmen, um eine Umgestaltung zu verhindern, die das Zelebrieren der überlieferten Liturgie nachhaltig erschwert oder verunmöglicht. Die Basilika steht im Eigentum der Marianischen Männerkongregation, das Nutzungsrecht und damit auch die Durchführung des Umbaues liegt beim Kapuzinerorden. Wer den Umbau jedoch aktiv betreibt oder angeregt hat, ist uns noch nicht bekannt.

(Nachträgl. Anmerkung: Entwarnung für Altöttinger Basilika)

Freitag, 24. Dezember 2010

Weihnachten im Koran

Kommentar von Cav. Dr. Christoph Heger, Mercedarierkommende St. Albertus Magnus zu Köln


Liebe Freunde,

Zum bevorstehenden Weihnachtsfest soll einmal ein friedlicher, ein weihnachtlicher Ton angeschlagen werden. Natürlich nicht in dem Sinne, daß man sich jetzt um des lieben Friedens willen über die im Bezug auf westliches Demokratiesystem latent verfassungsfeindlichen Seiten des Islams belügen dürfte! Vielmehr in dem Sinne, daß verschüttete christliche Fundamente dieser Religion einmal in den Blick kommen sollen.

Betrachten Sie dazu die Sure 97 des Korans. Rudi Paret, zu Lebzeiten oft als Nestor der deutschen Arabistik bezeichnet, hat eine Übersetzung des Korans vorgelegt, die philologische Treue und Genauigkeit mit der Absicht verbinden will, den Koran im traditionellen islamischen Verständnis zu übersetzen. Da aber mindestens ein Fünftel des Korans als arabischer Text unverständlich ist, geht das vielfach nur, indem Paret erklärende Zusätze einschiebt, die nicht vom arabischen Text gedeckt sind, auf Zweifelhaftes in Kommentaren hinweist und, wo es gar nicht anders geht, das arabische Wort in Klammern hinzufügt. Die Sure 97 übersetzt er so:

Sure 97

Die Bestimmung

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.

1 Wir haben ihn (d.h. den Koran) in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt.

2 Aber wie kannst du wissen, was die Nacht der Bestimmung ist?

3 Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.

4 Die Engel und der Geist kommen in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn hinab, lauter Logos(wesen).

5 Sie ist (voller) Heil (und Segen), bis die Morgenröte sichtbar wird (wörtlich: aufgeht).

Paret folgt also dem verbreiteten islamischen Verständnis, daß in der hier gefeierten Nacht der Koran „herabgesandt“ worden sei – obwohl doch andererseits die islamische Ursprungslegende behauptet, daß der Koran stückweise, über mehr als zwei Jahrzehnte verteilt „auf den Propheten herabgekommen“ sei.

Nun hat jedoch schon der bedeutende britische Koranforscher und -übersetzer Richard Bell (1876-1952) die Vermutung ausgesprochen, daß Sure 97 in irgendeiner Weise mit einem christlichen Text über die Nacht der Geburt Jesu Christi in Verbindung steht. Der genialische Orientalist, Altertumsforscher und Theologe Günter Lüling (* 1928) konnte in seinem Buch „Über den Ur-Qur’an“, Erlangen 1974, mit textkritischen Methoden zeigen, daß Sure 97 selber ein strophischer (christlicher) Hymnus auf die Geburt des Erlösers ist. Christoph Luxenberg, Autor von „Die syro-aramäische Lesart des Koran. Ein Beitrag zur Entzifferung der Koransprache“, Berlin 2000, bestätigte das mit der Aufdeckung des syro-aramäischen Substrats bislang nicht verstandener Textteile. Er schlug folgende Übersetzung vor:

Sure 97

Die Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns)

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes.

1. Wir haben ihn (= den Jesusknaben) in der Nacht der Schicksalsbestimmung (des Geburtssterns) herabkommen lassen.

2. Was weißt du, was die Nacht der Schicksalsbestimmung ist?

3. Die Nacht (= die Nokturn) der Schicksalsbestimmung ist gnadenreicher als tausend Vigilien.

4. Die Engel, vom Geiste (begleitet), bringen darin mit Erlaubnis ihres Herrn allerlei Hymnen herab.

5. Friede ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.

und vermutete, daß Sure 97 als Einleitung zu einer Weihnachtsliturgie der christlichen Araber gedient habe.

Luxenbergs philologische Beweisführung, darunter eine gewisse Bestätigung aus der islamischen Traditionsliteratur, ist hier nachzulesen: http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/2003/imp030103.html

Was allen drei Gelehrten, Richard Bell, Günter Lüling und Christoph Luxenberg, nicht bekannt war, holte Michael Marx, der Leiter der Arbeitsstelle Corpus Coranicum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, aus der Vergessenheit hervor: Schon die christlichen Araber (oder allgemeiner: Orientalen) des Mittelalters wußten, daß Sure 97 ursprünglich von Weihnachten spricht. Das beweist eindeutig die sogenannte „christliche Bahira-Legende“, also die christliche Fassung der berühmten Legende vom Mönch Bahira. Von dieser Legende gibt es nämlich zwei Versionen:

§ In der islamischen begegnet Mohammed in seiner Jugend dem Einsiedler Bahira, als er mit einer mekkanischen Karawane nach Syrien reist, die an der Klause des Mönchs Rast einlegt. Der Einsiedler, der in den heiligen Schriften kundig ist, kann Mohammed anhand eines Mals an dessen Rücken (Siegel des Propheten) identifizieren als den künftigen Propheten, der auch in der Bibel angekündigt sei.

§ In der christlichen Fassung will der nestorianische Mönch Bahira unter den Arabern das Christentum verbreiten, begegnet Mohammed und wird dessen Lehrer. Nachts unterrichtet er Mohammed, der am Tage den Mekkanern Bahiras Lehre als göttliche Offenbarung verkündigt (vgl. Sure 16, Vers 103).

Der jüdische Gelehrte und spätere Politiker der Zionistischen Weltorganisation Richard Gottheil (1862-1936) hat die christliche Bahira-Legende in den Jahren 1898 bis 1903 in der Zeitschrift für Assyriologie und verwandte Gebiete veröffentlicht. In der (englischen Übersetzung von Gottheil dieser) Legende spricht der – Mohammed lehrende – Mönch Bahira von sich selbst:

»I wrote also. "I have caused it to come down in the night al-qadr. What tells thee what is the night al-qadr? The night al-qadr is better than a thousand months. In it the angels and the spirit came down according to the comrnand of their master. Everything is peace in it until the dawn will have arrived." I mean by this the great and holy night, in which the angels came down and announced to the shepherds the birth of our master the Redeemer in Bethlehem.«

Also

»Ich schrieb auch: "Ich habe es herabkommen lassen in der Nacht al-qadr. Was sagt dir ist die Nacht al-qadr? Die Nacht al-qadr ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist herab gemäß dem Befehl ihres Meisters. Alles ist Friede in ihm, bis die Morgendämmerung kommt." Ich meine damit die große und heilige Nacht, in der die Engel herabstiegen und den Hirten die Geburt unseres Herrn, des Erlösers in Bethlehem verkündeten.«

Mehr dazu findet sich hier: http://www.christoph-heger.de/Textkritik_am_Koran.html

Was auch immer an der christlichen Bahira-Legende wahr ist oder nicht – sie zeigt: Christliche Orientalen wußten schon vor Jahrhunderten, daß Sure 97 ursprünglich ein christlicher Text war.

In diesem Sinne allerseits gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr 2011!

Ihr Christoph Heger

Sonntag, 12. Dezember 2010

Wiener Kommende weiht sich der Immaculata

Die Wiener Kommende der Ritter des Mercedarierordens hat sich an ihrem Jahresabschlusskapitel am 11. Dezember 2011 feierlich dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht.

Man darf ruhig glauben, dass auch die Vorsehung ein bisschen mithalf, dass dieser bedeutende Schritt in der Entwicklung des geistlichen Lebens unserer Kommende, nach zweimaliger Terminverschiebung, ausgerechnet an einem Monatselften stattfinden durfte. An einem Elften, und zwar am 11. Februar 1858, erschien in Lourdes die Muttergottes der kleinen Bernadette. Ihre wichtigste Botschaft: Ich bin die Unbefleckte Empfängnis. Damit hatte die allerseligste Jungfrau selbst das am 8. Dezember 1854 von Papst Pius IX. in der Bulle "Ineffabilis Deus" (Der unbegreifliche Gott) verkündete Dogma von der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter bestätigt.

An diesem 11. Dezember 2011 nun hat der Komtur vom sel. Markus von Aviano, Abg. z. NR Mag. Ewald Stadler, in einem feierlichen Weiheakt, der vom Konventualprior, dem Hw. Herrn P. Florian Grafl FSSP geleitet wurde, die Wiener Kommende und alle ihre Angehörigen der ohne Erbünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria geweiht.

Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren, hat die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria in Fatima gesagt. Es gäbe keinen besseren Platz für die Ritter Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen, als am Unbefleckten Herzen ihrer Dienstherrin.